Ingenieurwesen, Korrespondentin TEC21 «Das Vergabewesen ist auf Neubauten ausgerichtet» Bauwerkserhaltung erfordert weit mehr als nur technisches Know-how. In St. Gallen gaben Fachleute einen Blick auf die komplexen Entscheidungsprozesse. Klar ist: Es braucht einen Wandel in Erwartungshaltung und Ausbildung ebenso wie mehr Fachleute. Erdbebenertüchtigung der SBB-Rotonde in Brig Eine Stahlbetonwand und einige Stahlträger reichten aus, um die SBB-Rotonde in Brig erdbebensicher zu ertüchtigen. Dank der sorgfältig überlegten Einfügung bleibt der Charakter des denkmalgeschützten Baus erhalten. Gelungener Erdbebennachweis beim Stauwehr Winznau Kein Handlungszwang dürfte das optimale Ergebnis jeder vertieften Erdbebenuntersuchung sein. Der Betreiberin des Wehrs Winznau wurde dieses Glück zuteil. Wenn auch erst im zweiten Anlauf, nach einer verformungs- statt kraftbasierten Untersuchung «Auch bei uns sind starke Schadenbeben möglich» Einst war das Bauingenieurwesen eine statische Angelegenheit. Die Erkenntnis, dass Gebäude auch eine Dynamik entwickeln können, brachte hierzulande Professor Dr. Hugo Bachmann unter die Leute. Kies in der Kaskade Kies – Substitution oder Notwendigkeit? Die Frage, ob der natürliche Kies durch rezykliertes Granulat ersetzt werden kann oder ob er in bestimmten Bauanwendungen unverzichtbar ist, beschäftigt. Werbung «Gefragt ist moderne Betontechnologie» Piet Eckert und Stefan Bänziger beleuchten die Herausforderungen und Potenziale, die der Einsatz von Recyclingbeton im modernen Bauwesen mit sich bringt. Und sie denken darüber nach, was der Baustoff in ökologischer Hinsicht leisten könnte. « Das gegenseitige Geben und Nehmen war immer zentral» Karl Baumann ist seit 2002 Leiter Kunstbauten der RhB Infrastruktur und verantwortlich für die historischen und wertvollen Brücken, Viadukte und Tunnels auf den RhB-Strecken. Diese Kulturgüter benötigen eine besondere Pflege. Sie müssen aber auch – Potenzial zum Nachschlagewerk: Neue Lehrmittel für den Ingenieurbau Im Rahmen der Einführung der neuen Bildungsverordnung hat ein Projektteam ein nationales Lehrmittel in drei Sprachen erarbeitet: «Planung im Ingenieurbau» ist das Grundlagenwerk für Zeichner und Zeichnerinnen EFZ Ingenieurbau in der Ausbildung. Verkehrsdrehscheiben – geballter Raum Verkehrsdrehscheiben sind Planungsorte, an denen sich Akteure und Disziplinen auf engem Raum kumulieren. Sie stehen für Umsteigebeziehungen, für Verkehrspolitik, für Raum- und Siedlungsentwicklung, für langfristige Planung und für die grosse Prix Acier: Ein Preis für Architektur und Tragwerk Beim Prix Acier sollen sich Architektur und Tragwerk gegenseitig bedingen und darüber hinaus meisterhaftes Können beweisen. Die ausgezeichneten Projekte verkörpern dies in beeindruckender Weise. «Die Möglichkeit der 1:1-Optimierung ist selten» Die abgetreppten Hochhäuser von F. Hoffmann-La Roche in Basel strecken sich im Duett empor. Die Dopplung birgt ein Optimierungspotenzial, das im Bauwesen selten der Fall ist. Martin Stumpf von wh-p Ingenieure deckt es im Gespräch mit Clementine Kunstbauten Bereich Äuli–Dalvazza Die Rhätische Bahn (RhB) lancierte für die neuen Kunstbauten im Äuli–Dalvazza-Abschnitt bei Fideris einen Projektwettbewerb. Sieben Brücken mussten gestaltet, eine achte erhalten werden – aus räumlicher und betrieblicher Sicht ein enges Korsett. Mit Wie baut man heutzutage eine Kuppel? Auf der Baustelle der «Neuen Kuppel Basel» ist das Kuppelgewölbe erstellt. Es ist keine alltägliche Konstruktion und setzte einen sorgfältigen Planungsprozess voraus. Jacqueline Pauli von ZPF Ingenieure und Susanne Vécsey von Vécsey Schmidt Architekt Werbung «Der Müllberg wird uns überfluten» Auch Glasfaserverbundwerkstoffe sollen sich in den Kreislauf der Zirkulärwirtschaft einfügen. Wie komplex ihre Wiederverwendung ist, zeigt sich exemplarisch bei Rotorblättern: Einerseits fehlen Standards, andererseits sind Forschungslücken Jetzt in TEC21 Bis 2050 müssen weltweit voraussichtlich rund 43 Millionen Tonnen Rotorblätter entsorgt werden. Tatsächlich hat der Transfer von Material bereits in verschiedenen Projekten funktioniert. Trotzdem bleiben Fragen zur Skalierbarkeit offen. Weshalb dies Eine robuste Struktur Das Theater St. Gallen wurde erweitert und instand gesetzt. Es war eine grosse ingenieurtechnische Herausforderung, die Sichtbetonfassade schonend zu reparieren, das Gebäude nur mit lokalen Eingriffen gezielt zu ertüchtigen und einzelne Tragelemente Voneinander losgelöst Riesige Betonrampen, ein stählernes Exoskelett und im Innern eine Bohrpfahlwand als Raumabschluss: Der Werkhof der Energie Opfikon passt nicht ins Schema einer gängigen Werkhalle. Unterschiedliche Konstruktionen mit statisch verschiedenen Aufgaben Bondo: Nach den Murgängen gibt es wieder Biotope Die Neugestaltung des Gebiets zielte darauf ab, die noch oder bis zum Bergsturz vorhandenen Kultur- und Naturräume zu stärken und wieder zu erweitern. Dazu wurden vielfältige Lebensräume geschaffen, von Kulturlandschaften bis hin zu Auen. Vier Jahre Bau mit gleichzeitig laufenden Baulosen Die Bauphasen beim Wiederaufbau der Infrastruktur von Bondo nach dem Bergsturz sind komplex. Die verschiedenen Fachbereiche Wasserbau, Brückenbau, Strassen- und Landschaftsbau müssen aufeinander abgestimmt werden, gleichzeitig muss auf der Baustelle Werbung «Schutzziele spiegeln eine Mentalität der Verfügbarkeit wider» Drei Brücken, ein Kreisel, massive Schutzdämme – der Wiederaufbau der von einem Bergsturz zerstörten Gemeinde Bondo im Bergell scheint gigantisch. Matthias Wielatt vom Tiefbauamt Graubünden stellt den Projektumfang im Interview in einen grösseren Bondos neue Brücken Seit dem 23. August 2017 ist alles anders im Bergeller Dorf Bondo. Damals stürzten drei Millionen Kubikmeter Gestein vom Piz Cengalo ins Tal und lösten Murgänge im Umfang von rund 500‘000 Kubikmetern aus. Die bestehenden Schutzmassnahmen hielten Holzfachwerk im Korsett Das Eishockeystadion in Kloten hat einen ergänzenden Bau erhalten, dessen Tragwerk den Rhythmus des Bestands aufnimmt. Die Fixpunkte sind für den Hauptträger so einschränkend, dass der Holzfachwerkträger mit Stahlstangen verstärkt werden musste. Eine Forschung und Praxis Die Zusammenarbeit von Hermann Blumer und Prof. em. Ernst Gehri war wichtig, um neue Ideen im Ingenieurholzbau mit Versuchen zu verifizieren. Im Gespräch erläutert Ernst Gehri, wie es zu diesem Gespann kam. «Es braucht eine gesunde Hartnäckigkeit» Hermann Blumer hat die Faszination des Baustoffs Holz und nicht zuletzt den Leistungsausweis des Schweizer Holzbaus in die Welt getragen. Im Gespräch berichtet er von bahnbrechenden Erfolgen und herben Rückschlägen. Hermann Blumer: Einem Holzbaupionier auf der Spur Hermann Blumer trägt mit seinen Erfindungen seit den 1970er-Jahren dazu bei, dass architektonische Visionen im Holzbau ungeahnte Formen annehmen können. Kürzlich wurde er mit dem Building-Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Werbung Klug konstruiert Professor Julius Natterer gilt als Spezialist für weitgespannte Holztragwerke. Seine berufliche Laufbahn ist geprägt von den dafür nötigen Entwicklungen und der Suche nach dem Einfachen. Mehr laden
«Das Vergabewesen ist auf Neubauten ausgerichtet» Bauwerkserhaltung erfordert weit mehr als nur technisches Know-how. In St. Gallen gaben Fachleute einen Blick auf die komplexen Entscheidungsprozesse. Klar ist: Es braucht einen Wandel in Erwartungshaltung und Ausbildung ebenso wie mehr Fachleute.
Erdbebenertüchtigung der SBB-Rotonde in Brig Eine Stahlbetonwand und einige Stahlträger reichten aus, um die SBB-Rotonde in Brig erdbebensicher zu ertüchtigen. Dank der sorgfältig überlegten Einfügung bleibt der Charakter des denkmalgeschützten Baus erhalten.
Gelungener Erdbebennachweis beim Stauwehr Winznau Kein Handlungszwang dürfte das optimale Ergebnis jeder vertieften Erdbebenuntersuchung sein. Der Betreiberin des Wehrs Winznau wurde dieses Glück zuteil. Wenn auch erst im zweiten Anlauf, nach einer verformungs- statt kraftbasierten Untersuchung
«Auch bei uns sind starke Schadenbeben möglich» Einst war das Bauingenieurwesen eine statische Angelegenheit. Die Erkenntnis, dass Gebäude auch eine Dynamik entwickeln können, brachte hierzulande Professor Dr. Hugo Bachmann unter die Leute.
Kies in der Kaskade Kies – Substitution oder Notwendigkeit? Die Frage, ob der natürliche Kies durch rezykliertes Granulat ersetzt werden kann oder ob er in bestimmten Bauanwendungen unverzichtbar ist, beschäftigt.
«Gefragt ist moderne Betontechnologie» Piet Eckert und Stefan Bänziger beleuchten die Herausforderungen und Potenziale, die der Einsatz von Recyclingbeton im modernen Bauwesen mit sich bringt. Und sie denken darüber nach, was der Baustoff in ökologischer Hinsicht leisten könnte.
« Das gegenseitige Geben und Nehmen war immer zentral» Karl Baumann ist seit 2002 Leiter Kunstbauten der RhB Infrastruktur und verantwortlich für die historischen und wertvollen Brücken, Viadukte und Tunnels auf den RhB-Strecken. Diese Kulturgüter benötigen eine besondere Pflege. Sie müssen aber auch –
Potenzial zum Nachschlagewerk: Neue Lehrmittel für den Ingenieurbau Im Rahmen der Einführung der neuen Bildungsverordnung hat ein Projektteam ein nationales Lehrmittel in drei Sprachen erarbeitet: «Planung im Ingenieurbau» ist das Grundlagenwerk für Zeichner und Zeichnerinnen EFZ Ingenieurbau in der Ausbildung.
Verkehrsdrehscheiben – geballter Raum Verkehrsdrehscheiben sind Planungsorte, an denen sich Akteure und Disziplinen auf engem Raum kumulieren. Sie stehen für Umsteigebeziehungen, für Verkehrspolitik, für Raum- und Siedlungsentwicklung, für langfristige Planung und für die grosse
Prix Acier: Ein Preis für Architektur und Tragwerk Beim Prix Acier sollen sich Architektur und Tragwerk gegenseitig bedingen und darüber hinaus meisterhaftes Können beweisen. Die ausgezeichneten Projekte verkörpern dies in beeindruckender Weise.
«Die Möglichkeit der 1:1-Optimierung ist selten» Die abgetreppten Hochhäuser von F. Hoffmann-La Roche in Basel strecken sich im Duett empor. Die Dopplung birgt ein Optimierungspotenzial, das im Bauwesen selten der Fall ist. Martin Stumpf von wh-p Ingenieure deckt es im Gespräch mit Clementine
Kunstbauten Bereich Äuli–Dalvazza Die Rhätische Bahn (RhB) lancierte für die neuen Kunstbauten im Äuli–Dalvazza-Abschnitt bei Fideris einen Projektwettbewerb. Sieben Brücken mussten gestaltet, eine achte erhalten werden – aus räumlicher und betrieblicher Sicht ein enges Korsett. Mit
Wie baut man heutzutage eine Kuppel? Auf der Baustelle der «Neuen Kuppel Basel» ist das Kuppelgewölbe erstellt. Es ist keine alltägliche Konstruktion und setzte einen sorgfältigen Planungsprozess voraus. Jacqueline Pauli von ZPF Ingenieure und Susanne Vécsey von Vécsey Schmidt Architekt
«Der Müllberg wird uns überfluten» Auch Glasfaserverbundwerkstoffe sollen sich in den Kreislauf der Zirkulärwirtschaft einfügen. Wie komplex ihre Wiederverwendung ist, zeigt sich exemplarisch bei Rotorblättern: Einerseits fehlen Standards, andererseits sind Forschungslücken
Jetzt in TEC21 Bis 2050 müssen weltweit voraussichtlich rund 43 Millionen Tonnen Rotorblätter entsorgt werden. Tatsächlich hat der Transfer von Material bereits in verschiedenen Projekten funktioniert. Trotzdem bleiben Fragen zur Skalierbarkeit offen. Weshalb dies
Eine robuste Struktur Das Theater St. Gallen wurde erweitert und instand gesetzt. Es war eine grosse ingenieurtechnische Herausforderung, die Sichtbetonfassade schonend zu reparieren, das Gebäude nur mit lokalen Eingriffen gezielt zu ertüchtigen und einzelne Tragelemente
Voneinander losgelöst Riesige Betonrampen, ein stählernes Exoskelett und im Innern eine Bohrpfahlwand als Raumabschluss: Der Werkhof der Energie Opfikon passt nicht ins Schema einer gängigen Werkhalle. Unterschiedliche Konstruktionen mit statisch verschiedenen Aufgaben
Bondo: Nach den Murgängen gibt es wieder Biotope Die Neugestaltung des Gebiets zielte darauf ab, die noch oder bis zum Bergsturz vorhandenen Kultur- und Naturräume zu stärken und wieder zu erweitern. Dazu wurden vielfältige Lebensräume geschaffen, von Kulturlandschaften bis hin zu Auen.
Vier Jahre Bau mit gleichzeitig laufenden Baulosen Die Bauphasen beim Wiederaufbau der Infrastruktur von Bondo nach dem Bergsturz sind komplex. Die verschiedenen Fachbereiche Wasserbau, Brückenbau, Strassen- und Landschaftsbau müssen aufeinander abgestimmt werden, gleichzeitig muss auf der Baustelle
«Schutzziele spiegeln eine Mentalität der Verfügbarkeit wider» Drei Brücken, ein Kreisel, massive Schutzdämme – der Wiederaufbau der von einem Bergsturz zerstörten Gemeinde Bondo im Bergell scheint gigantisch. Matthias Wielatt vom Tiefbauamt Graubünden stellt den Projektumfang im Interview in einen grösseren
Bondos neue Brücken Seit dem 23. August 2017 ist alles anders im Bergeller Dorf Bondo. Damals stürzten drei Millionen Kubikmeter Gestein vom Piz Cengalo ins Tal und lösten Murgänge im Umfang von rund 500‘000 Kubikmetern aus. Die bestehenden Schutzmassnahmen hielten
Holzfachwerk im Korsett Das Eishockeystadion in Kloten hat einen ergänzenden Bau erhalten, dessen Tragwerk den Rhythmus des Bestands aufnimmt. Die Fixpunkte sind für den Hauptträger so einschränkend, dass der Holzfachwerkträger mit Stahlstangen verstärkt werden musste. Eine
Forschung und Praxis Die Zusammenarbeit von Hermann Blumer und Prof. em. Ernst Gehri war wichtig, um neue Ideen im Ingenieurholzbau mit Versuchen zu verifizieren. Im Gespräch erläutert Ernst Gehri, wie es zu diesem Gespann kam.
«Es braucht eine gesunde Hartnäckigkeit» Hermann Blumer hat die Faszination des Baustoffs Holz und nicht zuletzt den Leistungsausweis des Schweizer Holzbaus in die Welt getragen. Im Gespräch berichtet er von bahnbrechenden Erfolgen und herben Rückschlägen.
Hermann Blumer: Einem Holzbaupionier auf der Spur Hermann Blumer trägt mit seinen Erfindungen seit den 1970er-Jahren dazu bei, dass architektonische Visionen im Holzbau ungeahnte Formen annehmen können. Kürzlich wurde er mit dem Building-Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Klug konstruiert Professor Julius Natterer gilt als Spezialist für weitgespannte Holztragwerke. Seine berufliche Laufbahn ist geprägt von den dafür nötigen Entwicklungen und der Suche nach dem Einfachen.