Kompositionelle Kontrapunkte
Am südlichen Rand von Schüpfen, nördlich von Bern, haben Bearth & Deplazes Architekten ein Wohnhaus errichtet, das sich selbstverständlich in die von Holzhäusern geprägte Umgebung einfügt.
Im Zentrum des Entwurfs steht eine präzise Holzstruktur: Eine dreidimensionale Gitterkonstruktion aus rot gebeiztem Holz bildet das tragende Gerüst des Gebäudes. Die Elemente messen 18 × 18 cm in vertikaler und 18 × 20 cm in horizontaler Richtung.
Das Holztragwerk ist mehr als reine Konstruktion. Es bildet eine räumliche Partitur, welche die verschiedenen Bereiche des Hauses gliedert und Innen- und Aussenraum miteinander verbindet. Die sechs Module des Obergeschosses erscheinen als Abfolge von geschlossenen Volumen und offenen Zwischenräumen. Dadurch entstehen klare funktionale Hierarchien und zugleich eine kontinuierliche räumliche Wahrnehmung.
Die Materialität des Holzes setzt sich im Inneren fort: Von der natürlichen Oberfläche der Einbauten über das rot gebeizte Tragwerk bis zur Trennwand zwischen Schlaf- und Wohnbereich entsteht ein durchgängiges Materialkonzept. Das Tragwerk wird auf dem Granitboden zusätzlich durch den Wechsel unterschiedlicher Oberflächen zwischen den Holzelementen und den dazwischenliegenden Paneelen hervorgehoben.
Auch formal knüpft das Haus an die traditionelle Holzarchitektur der Region an. Das Satteldach wird zeitgemäss interpretiert und mit Photovoltaikmodulen kombiniert. So verbindet das Gebäude konstruktive Klarheit, regionale Bautradition und eine zeitgenössische Interpretation des Materials Holz.
Dies ist eine gekürzte und übersetzte Version des Artikels. Der vollständige Artikel ist auf italienisch und englisch auf espazium.ch zu lesen.