Barcelona baut: Biblioteca Montbau

Bauten in Kürze (Teil 1 von 6)

Zehn Jahre lang hat die Wirtschaftskrise in der Bautätigkeit Spaniens tiefe Einschnitte hinterlassen. Seit Kurzem gibt es neue Projekte, die jenseits der gewohnten Spektakelarchitektur ein neues Kapitel aufschlagen. Wir stellen sie in einer kleinen Serie vor.

Klaus Englert Freier Autor und Architekturhistoriker

Ende der 1950er-Jahre entstand am westlichen Stadtrand Barce­lonas das Montbau-Viertel – eine vollständige neue Siedlung mit allen Ser­viceleistungen inklusive eines in drei parallele Riegel unterteilten Schulpavillons. In den 1980er-Jahren wurde die Schule dann in eine Bibliothek umgewandelt. Im Lauf der Zeit wurden die Bauten immer wieder den neuen Bedürfnissen baulich angepasst, dabei wurde der Ursprungsentwurf allerdings zusehends unkenntlich. Schliesslich nahmen sich Oliveras Boix Arqui­tectes der Aufgabe an. Sie hoben die Modularität der Anlage hervor, ohne ihren Anfangszustand wiederher­stellen zu wollen. Das Raumprogramm machte es notwendig, zwischen den Riegeln ein weiteres Modul anzufügen. Dabei gelang den Architekten trotz knappem Budget eine zeitgemässe Intervention – mit neu eingefügter Metallstruktur, geschosshoher Verglasung und ­klarer innerer Raumfolge.

Weitere Artikel dieser Serie:
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Biblioteca Montbau (2015)

Architektur
Oliveras Boix Arquitectes 

Tragwerksplanung
Engineering Consultancy Group

Bauherrschaft
Stadtverwaltung Barcelona

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