Das Spi­tal wird zum Pa­ti­en­ten

Bauen fürs Gesundheitswesen

Die Schweizer Spitäler – und mit ihnen die Planer –erleben turbulente Zeiten: Die Finanzierung verändert sich, die hoch technisierte Medizin verlangt spezielle Räume, gleichzeitig mangelt es an Personal. Das Absurde: Kein Spital weiss sicher, mit wie vielen Patienten es künftig rechnen darf.

Publikationsdatum
06-03-2014
Revision
18-10-2015

Die Revision des Krankenversicherungsgesetzes verändert die Spitallandschaft in der Schweiz markant. Weil sich Patientinnen und Patienten heute in jedem Listenspital ihrer Wahl behandeln lassen können, wird für die Zukunft eine deutlich höhere «Patientenmigration» erwartet – so der Fachausdruck. Dazu kommt, dass die künftige Aufenthaltsdauer der Patienten im Spital schwer abschätzbar ist. Die Spitalträger stehen daher vor der schwierigen Entscheidung, auf welche Behandlungs- und Bettenkapazitäten sie sich einstellen sollen.

Daneben bestimmt immer mehr auch die Medizinaltechnik die Kadenz von Renovationen und Neubauten. Ein weiterer Faktor ist der betriebliche Rationalisierungsdruck, auch verursacht durch den Personalmangel im Gesundheitswesen. In betrieblichen Analysen wird erforscht, wie viele Betten pro Abteilung einen rationellen Betrieb erlauben oder wie sich lange Patiententransporte innerhalb eines Spitalareals vermeiden lassen. 

Für die Planer im Gesundheitswesen entsteht aus all diesen Anforderungen ein enges Korsett – nicht zuletzt, weil die Spitalareale in den Schweizer Städten räumlich begrenzt sind. Diese Areale – an den meisten Orten einst grosszügige Parkanlagen – sind im Lauf der Jahrzehnte immer dichter bebaut worden. Jetzt geht es darum, Restflächen zu füllen. Ob dabei ein Altbau abgebrochen werden soll oder in der verbliebenen Enge gebaut wird, wird im Einzelfall entschieden. 

Bauliche Veränderungen stehen also auf der Tagesordnung. Allerdings sind die Investitionen in Kliniken seit den 1970er-Jahren rückläufig. Laut einer Studie der Credit Suisse «Gesundheitswesen Schweiz 2013: Der Spitalmarkt im Wandel» geben politische Prozesse und öffentliche Finanzen den Ausschlag dafür, wo, wann und wie viel investiert wurde und wird. Die Studie hält auch fest, dass das Immobilienmanagement nicht überall gleich professionell betrieben wurde. Fazit: In den nächsten Jahren besteht ein Nachholbedarf in Höhe von rund 20 Milliarden Franken. Diese Summe verdeutlicht, dass das Gesundheitswesen heute eine echte Immobilienstrategie braucht, nicht zuletzt um das Risiko von Fehlinvestitionen zu minimieren. 

Der Text basiert auf einer Medienmitteilung der Immo-Messe Schweiz. 

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