Kind­ge­re­cht

Erweiterung und Sanierung Schulanlage Herti

Mit zwei Neubauten und einer klaren Raum- und Freiraumzuweisung für die einzelnen Klassenstufen haben Burkard Meyer Architekten und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt den Wettbewerb für die Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Herti in Zug gewonnen.

Data di pubblicazione
25-11-2021

Die Schulen in Zug platzen aus allen Nähten. Auch für die Zukunft sind steigende Schülerzahlen vorhergesagt, die nur durch eine Erweiterung des aktuellen Schulraumangebots bewältigt werden können.

Strategische Weiterentwicklung

Im Jahr 2019 hat die Stadt Zug in einem ersten Schritt eine Strategie für die weitere bauliche Entwicklung der Schulstandorte des Gebiets Herti/Letzi erarbeitet. Da jedoch das Areal der bestehenden Schulanlage Herti als einziges über ausreichend Flächenreserven für zukünftige bauliche Entwicklungen verfügt, setzt die Stadt Zug hier mit dem Erweiterungs- und Sanierungskonzept der bestehenden Anlage an. Ziel ist es, die gesamte Anlage bis 2033/2034 entwickelt zu haben.

Aufgrund des langen Betrachtungs- und Umsetzungshorizonts sowie der Komplexität der Planungsaufgabe entschied sich die Stadt Zug für einen zweistufigen ­Projektwettbewerb im offenen Verfahren. Ziel war die Erarbeitung eines städtebaulich, architektonisch und pädagogisch hochwertigen Gesamtentwicklungskonzepts zur Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Herti, das in zwei Etappen realisierbar ist.

Das Quartier Herti liegt westlich des Bahnhofs Zug. Es beginnt hinter dem ehemaligen Areal  von Landis & Gyr beim Hochhaus «Up Town» und erstreckt sich bis zur Letzistrasse. 26 Büros reichten in der ersten Stufe des Wettbewerbs ein, die Jury wählte sieben von ihnen für die ­Weiterbearbeitung in der zweiten Stufe aus. Nach Abschluss des Konkurrenzverfahrens entschied sich das Preis­gericht für das Projekt «Eduardo» von Burkard Meyer Architekten aus ­Baden und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt aus Bern.

Kindgerechte Massstäblichkeit

Den Ausschlag zur Wahl gaben die alterskonforme Massstäblichkeit und die klare Zuweisung einzelner Klassenzüge, die auf sämtlichen Geschossen zu erlebenden Aussenräume sowie eine erlebnisreiche, kindgerechte Arealorganisation mit Bezügen zum Naturraum Lorze und ins Quartier. Das Siegerprojekt schafft so nicht nur einen zentralen Ort des Lernens und Erlebens für die Kinder des ­Hertiquartiers, sondern auch einen identitätsstiftenden Ort für alle Quartierbewohnenden.

Die Planenden setzen zwei hofartige, terrassierte Neubauten im Norden und Süden des Areals und schliessen den Schulhof mit den zwei zu sanierenden Bestandsbauten zu einer Einheit zusammen. So entsteht eine eindeutige Adresse, und die Schulanlage wird zu einem Campus mit einem optimalen Mass von Dichte und Freiraum erweitert. Durch den Erhalt der Bestandsbauten bleibt die Einbettung in die ursprüngliche Bebauung aus den Anfängen des Stadtquartiers erhalten.

Für die Realisierung der Neubauten haben sich die Planenden für eine Holzhybridbauweise mit Ortbetonbändern entschieden, die horizontale Vierendeel-Rahmen erzeugen. Die Ausfachung der Deckenfelder planen sie mittels anei­n­andergereihter Bohlenhölzer. Die Architekturschaffenden haben das Gebäudesystem als Quadratraster aufgebaut, der eine gros­se Flexibilität aufweist. So können sowohl Klassenräume als auch Turnhalle und Aula einfach in den Bau integriert werden. Die Jury hebt hervor, dass in Bezug zum Bestand ein eigener, zeitgemässer, aber auch nachhaltiger Ausdruck entsteht.

Jurybericht und Pläne auf competitions.espazium.ch

Auszeichnungen

1. Rang / 1. Preis: «Eduardo»
Burkard Meyer Architekten, Baden; Maurus Schifferli, Landschaftsarchitekt, Bern; Waldhauser + Hermann, Münchenstein; Mühlebach Partner, Winterthur; Nightnurse Images, Zürich
2. Rang / 2. Preis: «Lucius»
Bürgi Burkhard von Euw, Zürich; Andreas Geser Landschaftsarchitekten, Zürich; Schnetzer Puskas Inge­nieure, Zürich; Andy Wickart Haustechnik, Zug; Hefti.Hess.Martignoni, Zürich; Durable Planung und Beratung, Zürich
3. Rang / 3. Preis: «Alluvium»
NYX Architects, Zürich; MØFA urban landscape studio, Zürich; WaltGalmarini, Zürich; Grueneberg + Partner, Zürich; R + B Engineering, Baar; Jaeger Baumanagement, Zürich; Durable Planung und Beratung, Zürich; BIQS Brandschutzingenieure, Zürich
4. Rang / 4. Preis: «Polyomino»
Patrick Arnold Architekt ETH, Zürich; Haag Landschaftsarchitektur, Zürich; Timbatec Holzbauingenieure Schweiz, Zürich
5. Rang / 5. Preis: «Hula Hoop»
Jäger Zäh Architekten, Zürich; Zwischenraum Landschaftsarchitektur, Altendorf; Pirmin Jung Schweiz, Rain; Olos, Baar

FachJury

Daniel Blank, Architekt, Zug; Roger Boltshauser, Architekt, Zürich; Massimo Fontana, Landschafts­architekt, Basel; Pascale Guignard, Architekt, Zürich; Bruno Krucker, Architekt, Zürich; Christian Schnieper, Architekt, Stadtarchitekt, Stadt Zug

SachJury

Eliane Birchmeier (Vorsitz), Stadträtin und Vorsteherin Baudepartement, Stadt Zug; Paul Knüsel, Leiter Abteilung Hochbau, Stadt Zug; Vroni Straub, Stadträtin und Vorsteherin Bildungsdepartement, Stadt Zug; Christian Weber, Leiter Abteilung Immobilien, Stadt Zug

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