KOHS-Wasserbautagung 2017

125 Jahre Internationale Rheinregulierung IRR

Der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband war mit der KOHS-Tagung zu Gast bei der IRR. Das Veranstaltungsthema, Wasserbau an grossen Gebirgsflüssen, passte perfekt zum 125-jährigen Bestehen.

Peter Seitz Bauingenieurwesen, Redaktor TEC21

Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn hat viele und vieles auf dem Gewissen. 1892 waren er und der Bundesrat der Schweizerischen Eidgenossenschaft jedoch «von dem Wunsche beseelt, zum Zwecke der Beseitigung der Überschwemmungsgefahr und der Versumpfung für die beiderseitigen Ufergebiete des Rheinstromes von der Illmündung stromabwärts bis zur Ausmündung desselben in den Bodensee, auf Grund des vereinbarten Generalprojektes nach technisch bewährten Grundsätzen, eine Regulierung auszuführen …». Mit diesem Staatsvertrag hatte die Geburtsstunde der Internationalen Rheinregulierung IRR geschlagen. 

Zum 125-jährigen Bestehen der IRR war die alljährlich statt­findende Tagung der Kommission für Hochwasserschutz, Wasserbau und Gewässerpflege (KOHS) im Rheintal zu Gast. An eineinhalb Tagen konnten sich die teilnehmenden Wasserbauexperten im Kulturhaus Dornbirn respektive auf der Exkursion an die Ill und ins Museum Rhein-Schauen informieren, welche Herausforderungen heute am Alpenrhein und anderen grossen Gebirgsflüssen anstehen.

Neben der geschichtlichen Entwicklung des Rheintals und der heutigen Notfallplanung mit dem Konzept der Internationalen Wasserwehr am Rhein wurde umfassend das Entwicklungskonzept des Alpenrheins und insbesondere das Projekt Rhesi – Rhein, Erholung und Sicherheit – aufgerollt (vgl. TEC21 44/2016).

Das flussbauliche Pendant auf Schweizer Seite zum Alpenrhein im Osten stellt die 3. Rhonekorrektion im Westen dar. Die Linth kann sich zwar bezüglich ihrer Grösse nicht mit diesen Flüssen messen, ­jedoch stellt sie mit dem 2013 ab­geschlossenen Projekt Linth 2000 ein vorzügliches Vergleichs- und Anschauungsbeispiel für die laufenden Projekte dar. Trotz den Unterschieden bei der Grössenordnung der Projekte stellte sich auf der Podiumsdiskussion zu diesen drei Flussprojekten eine grosse Gemeinsamkeit heraus: Es braucht einiges an Herzblut bei den Projektverantwortlichen und Beteiligten, um das Wasser der Flüsse zukünftig sicher und naturnäher abfliessen lassen zu können. 

 

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