Hö­hen­rau­sch in der Pho­to­vol­taik?

Editorial espazium magazin 17/2026

Data di pubblicazione
26-08-2026

Worte sind etwas Schönes. «Technologieoffen» ist das neue Zauberwort von Politikern, die damit zwei Dinge kaschieren. Zum einen, von wem sie beeinflusst werden: Schliesslich müssen die Unternehmen, die den techno­logischen Anschluss verpasst, ja teilweise mit ihren Betrügereien verhindert haben, ihre Schäflein wieder irgendwie ins Trockene bringen. 

Zum anderen verrät das Wort aber auch eine wohl vollkommene Unkenntnis von physikalischem Grundwissen. Denn egal wie sehr man von Wasserstoff, E-Fuels oder dergleichen schwärmen mag, um die Verbrenner weiterleben zu lassen: Die Wirkungsgrade derartiger Maschinen kommen bei weitem nicht an die von Elektromotoren heran. Ein Motor, der heisse Abgase als «Abfallprodukt» hinterlässt und die gesamte Bremsenergie in Wärme umwandelt und ungenutzt abgibt, ist immer im Nachteil. Rekuperationsenergie ist zurück­gewonnene Bremsenergie, und das kann eben nur ein Elektromotor. Letztlich läuft es also immer auf Strom hinaus. Und der möchte erst einmal generiert sein.

Die Sonne bringt zigmal mehr Energie auf die Erde, als wir derzeit benötigen. Und doch suchen wir immer noch nach neuen fossilen Brennstoffen wie die Steinzeit­jäger. Oder – etwas technologieoffener – nach neuen Atom­reaktoren. Lernt der Mensch denn überhaupt nichts? Mit meinen 51 Jahren habe ich schon mehrere GAUs erlebt, die statistisch gar nicht vorkommen durften. Unsere An­lagen sind sicher! Das sagten die Sowjets und Japaner aber auch. 

Vielleicht sollte man es auch hierzulande einmal mit der Sonne direkt versuchen. Wurde PV bis vor wenigen Jahren als Nischenprodukt verschrien, hat sie nun doch eine beachtliche Karriere an den Tag gelegt. Nun sollte sie dank Solarexpress in den Alpen Einzug halten, was bisher nur im Ansatz gelang. Aber vielleicht sollte man kühn weiterdenken. Grönland schmilzt, die Albedo ver­ändert sich nicht zu unseren Gunsten. Weisse Solar­zellen über grönländischem Eis zum Schutz des Letzteren und der Albedo: Hirngespinst oder Technologieoffenheit?

Publikation bestellen

Articoli correlati