Planungssektor – Geschäftslage lässt auf hohem Niveau nach
Die Resultate der aktuellen KOF-Konjunkturumfrage zeigt eine leichte Abkühlung im Planungssektor: Die Planungsbüros beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage weniger positiv als noch im letzten Quartal. Auch der Mangel an Beschäftigten rückt wieder stärker in den Fokus.
Gemäss den jüngsten Ergebnissen der KOF-Konjunkturumfragen im Januar 2026 wird die gegenwärtige Geschäftslage im Planungssektor im Vergleich zur letzten Befragung vom Oktober 2025 leicht zurückhaltender beurteilt. Die Einschätzungen sind jedoch nach wie vor überwiegend positiv: 52% der Planungsbüros melden eine gute Geschäftslage, 44% eine zufriedenstellende und 4% eine schlechte.
Die Bausumme konnte in den neu abgeschlossenen Verträgen häufiger gesteigert werden. Die Einschätzung der Leistungshemmnisse veränderte sich seit Oktober nur geringfügig. Darüber hinaus sind unverändert 28% der Büros durch eine ungenügende Nachfrage eingeschränkt.
Allerdings hellen sich die Erwartungen für die weitere Entwicklung der Geschäftslage auf: 14% der Planungsbüros erwarten für die kommenden sechs Monate eine Verbesserung der Geschäftslage, 80% keine Veränderung und 6% eine Verschlechterung. Im Hinblick auf die Entwicklung der Nachfrage, der zur erbringenden Leistung und der Beschäftigtenzahl in den nächsten drei Monaten erwarten die Büros keine Veränderung.
Architekturbüros – Beschäftigtenzahl ist zu tief
Ihr Urteil über die gegenwärtige Geschäftslage revidieren die Architekturbüros im Januar 2026 leicht nach unten. Während die Entwicklung der erbrachten Leistung stabil blieb, liess die Dynamik in der Nachfrage in den vergangenen drei Monaten nach. Ein starker Abfall ist im Urteil zur Beschäftigtenzahl zu beobachten: Dahinter stecken wieder vermehrt Meldungen, dass die Zahl der Beschäftigten zu tief ist.
Mit Blick auf die kommenden Monate zeigen sich die Architekturbüros aktuell zuversichtlicher als im letzten Quartal 2025. Sowohl die Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten als auch die Nachfrage- und Ertragslageentwicklung in den nächsten drei Monaten wird als dynamischer eingeschätzt. Knapp 18% der Büros rechnen mit einer besseren Geschäftslage, 76% mit einer gleichbleibenden und 6% mit einer schlechteren.
Ingenieurbüros revidieren die Erwartungen kaum
Das Geschäftslageurteil der Ingenieurbüros hat im Januar 2026 im Vergleich zur Befragung im Oktober 2025 leicht nachgelassen, bewegt sich jedoch nach wie vor auf hohem Niveau. In den vergangenen drei Monaten gab es eine deutlich dynamischere Entwicklung der Nachfrage, der erbrachten Leistung, der Ertragslage und des Auftragsbestandes. Zudem wurden die Bausummen in den neu abgeschlossenen Verträgen stärker ausgedehnt.
Obwohl der Anteil seit Oktober 2025 leicht zurückgegangen ist, sind es noch immer die Hälfte der Büros (50%), die den Mangel an Arbeitskräften als Leistungshemmnis nennen. Ihre Erwartungen für die kommenden Monate revidieren die Ingenieurbüros nur wenig – rund 12% der Ingenieurbüros rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, 83% mit keiner Veränderung und 6% mit einer Verschlechterung.
Geschäftslageindikator steigt zum zweiten Mal in Folge
Sowohl die Architekturbüros als auch die Ingenieurbüros klagen wieder vermehrt über den Mangel an Arbeitskräften. Dieses Bild zeichnet auch der aktuelle KOF-Geschäftslageindikator, der aus den Konjunkturumfragen der einzelnen Sektoren berechnet wird. Neben dem Planungssektor sind insbesondere das Baugewerbe und das Gastgewerbe von einem starken Fachkräftemangel betroffen.
Dennoch punktet der Geschäftslageindikator mit zwei positiven Ergebnissen: Zum einen ist er zum zweiten Mal in Folge gestiegen, zum anderen meldet er eine deutliche Aufhellung der Geschäftslage. Die KOF schreibt in ihrer Medienmitteilung vom 4. Februar, dass die Geschäftslage sogar deutlich günstiger sei als zu Jahresbeginn 2025. Vor allem die Entwicklung im verarbeiteten Gewerbe habe zu diesem positiven Resultat beigetragen.
Auch in den Sektoren Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Grosshandel, Gastgewerbe und Baugewerbe sieht es gut aus. Einzig im Planungssektor kühlt sich die Geschäftslage leicht ab. Das ist aber noch kein Grund zur Besorgnis, denn die Planungsbüros zeigen sich – neben dem Baugewerbe sowie dem Detailhandel und den Finanz- und Versicherungsdienstleistern – für die kommenden sechs Monate wieder zuversichtlicher.
Alles in allem spricht die KOF von einer positiven Entwicklungstendenz im Januar, die recht breit in der Schweizer Wirtschaft spürbar sei,
Der Rohtext dieses Artikels stammt von der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) und wird mit persönlichen Gedanken zum wirtschaftlichen Geschehen ergänzt von Susanne Schnell, Fachspezialistin Kommunikation/Themenmanagerin beim SIA; susanne.schnell [at] sia.ch (susanne[dot]schnell[at]sia[dot]ch)