Haus­ge­macht, am Haus an­ge­macht

Editorial TEC21 37/2022

Publikationsdatum
10-11-2022

Drehen sich Gespräche um Wirtschaft, wird sehr oft nur auf globale, grosse Konzerne fokussiert – als ob nur sie das Rad am Laufen hielten. Und beschäftigt man sich mit Architektur, sieht es ähnlich aus. In aller Munde sind vielfach nur die imposanten, sehr teuren Prestige­bauten weltweit bekannter Firmen oder diverser superreicher Bauherren. Beim Thema Fassaden könnte leicht der Eindruck entstehen, dass sich alles nur noch um Glasfassaden an Flughäfen, Hotels im arabischen Raum oder Wolkenkratzer in Asien dreht.

Dabei werden zwei Dinge ausser Acht gelassen: In der Schweiz wie auch in der EU ist der Mittelstand – die KMU – das eigentliche Rückgrat der Wirtschaft. 67 % der Arbeitenden in der Schweiz verdienen ihr Brot in einem KMU. Und deren Standorte und Gebäude sind uns bedeutend näher und müssten daher unser Umfeld und unsere Wahrnehmung stärker prägen als abgehobene Superbauten.

Wenn nur nicht die Gewohnheit wäre! Was man täglich vor Augen hat, geht gerne unter – handelt es sich doch nur um Zweckbauten!

Dass Produktionsstätten nicht nur profan sein müssen und gar über ihre eigentliche Bestimmung – die Herstellung von Gütern – hinausgehen können, zeigen Beispiele in diesem Heft. Es gibt ihn noch, den Werksstandort Schweiz, getragen von Handwerk und Gewerbe. Und des Öfteren ist er richtiggehend ästhetisch – schon beginnend bei der Fassade.     

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