Lokale Museen: Raum und Inhalt

Editorial

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Redaktor TEC21

Ein ausgestopftes Riesenfaultier ist der heimliche Kuschelliebling vieler Zürcher Stadtkinder. Fast drei Meter hoch und mit Fell ausgestattet steht das Exponat im zoologischen Museum der Universität Zürich. Berühren ist ausdrücklich erlaubt, weshalb ein Besuch dieser Ausstellung für Mütter und Väter fast zur wöchentlichen Pflicht gehört. Da erstaunt es nicht, dass das Mu­seum zu den zehn beliebtesten in der Schweiz gehört, die der Internetdienst TripAdvisor zum Besuch empfiehlt. Auf dieser Liste stehen mehrheitlich naturwissenschaftliche, volkskund­­­liche oder handwerkliche Ausstellungsorte. Die Papier­mühle in Basel, das Freilichtmuseum Ballen­berg oder das Technorama in Winter­thur ver­drängen viele Kunsttempel auf die hinteren Beliebtheitsplätze. Offensichtlich geht das Publikum weniger ins Museum, um zu staunen, sondern um etwas Neues zu begreifen.
Die Museums­landschaft Schweiz ist äusserst reich­haltig und umfasst über 1000 meist wenig be­kannte Adressen. Trotzdem muss man sich um die Zukunft angesichts hoher Besucherzahlen und kuratorischer Bemühun­gen geringe Sor­­gen machen. Stellvertretend dafür sind in dieser Ausgabe die Erneuerung des Museums Altes Zeughaus in Solothurn und der Neubau des Natur­museums in St. Gallen doku­mentiert. Beide Projekte belegen, dass die Reali­sierung eines Museums zu den spannendsten Ent­wurfs-, Gestaltungs- und Vermittlungsauf­gaben gehört und ohne interdisziplinären Ansatz kaum zu bewältigen ist.

Lesen Sie weiter:
Ein Schaulager für Krieg und Frieden
«Auf Augenhöhe mit der Architektur»
Das Reptil am Stadtrand

Weitere Artikel aus TEC21 zum Thema Museumsbauten im E-Dossier «Museen».
 

Verwandte Beiträge

ARCHIV: Die Ausgaben seit 2013

Abonnieren Zum Archiv