Buil­ding-Award 2019: Die Gewin­ner

Alle zwei Jahre zeichnet der Building-Award innovative Ingenieurs­leistungen am Bau aus. 2019 konnte der Neubau von EBP Schweiz, für die Firma Kernser Edelpilze aus der Kategorie «Energie- und ­Gebäudetechnik» den Gesamtsieg für sich verbuchen.

Data di pubblicazione
06-06-2019

Gesucht werden herausragende Leistungen von anerkannten Planern und vom aufstrebenden Nachwuchs in der Ingenieurschaft. Am 6. Juni 2019 fand im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zum dritten Mal die Verleihung des Building-Awards statt.

Die Stiftung building zeichnete zusammen mit den Trägerverbänden des Building-Awards – der Schweizerischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen usic, Infra Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband SBV – heraus­ragende, bemerkenswerte und in­novative Ingenieurleistungen am Bau aus. Dass die diversen Inge­nieursgattungen die Bauwerke bezüglich Statik, Technik und Formgebung massgeblich prägen und beeinflussen, wird oft zu wenig erkannt und anerkannt.

Noch mehr herausragende Ingenieurleistungen finden sich in der Publikation «Schweizer Ingenieurbaukunst 2017/18»

Mit dem Building-Award wird die Förderung des Ingenieurnachwuchses im Bauwesen gezielt vorangetrieben. Der Preis wird alle zwei Jahre in den sechs Kategorien Hochbau, Infrastrukturbau, Energie- und Gebäudetechnik, Forschung und Entwicklung, Young Professionals und Nachwuchsförderung im Bereich Technik vergeben.

Ziel Interdisziplinarität

2019 wurden 47 Projekte eingereicht, von denen einige in mehreren Ka­tegorien zu evaluieren waren. Die Beiträge verfolgten teilweise sehr unterschiedliche Ansätze. In der ­Kategorie «Hochbau» galt es zum Beispiel, Sanierungsvorhaben zu bewerten, die unter eigentlich nicht vergleichbaren Bedingungen zustande gekommen sind.

Die interdisziplinär zusammengesetzte Jury hat die komplexen Wettbewerbsprojekte auf unterschiedliche Gesichtspunkte hin ­untersucht und eine umfassende Analyse vorgenommen. So konnte sie sicherstellen, dass alle wesentlichen Aspekte in die Beurteilung einflossen und angemessen berücksichtigt wurden. Die Kategorien­sieger zeichnen sich alle durch eine sehr hohe Qualität, innovative Ideen, gute Übereinstimmung mit den Kriterien der Kategorie und eine überragende Umsetzung aus.

Aus ihrer Mitte wurde in einem weiteren Durchgang die Kernser Edelpilzfarm als Gesamtsieger benannt. Unabhängig von der seltenen Bauaufgabe kommt dem Entwurf eine Vorreiterrolle zu, da einige grundsätzliche Ideen auch auf andere Projekte übertragbar sind. Das Denken in Kreisläufen, das zum Beispiel die weitere Nutzung der Abwärme ermöglicht, lässt sich innerhalb des Baus an verschiedenen Orten feststellen. Der interdisziplinäre Ansatz, der im ­Ingenieurwesen zu innovativen ­Nutzungen führt, wird honoriert.

Mit einem Sonderpreis für die Erdbebenertüchtigung des Akong Rinpoche Memorial Center in Rokpa, Nepal, würdigt die Jury vor allem den damit verbundenen Wissenstransfer. High-Level-Modell­berechnungen bringen technische Lösungen, die lokale Fachkräfte mit vor Ort vorhandenen Materialien und Techniken umsetzen können. Jenseits aller inhaltlichen Qualitäten, die dieses Projekt auszeichnen, attestiert die Jury der kooperativen Grundhaltung einen wichtigen Vorbildcharakter.

Auszeichnungen


Kategorie 1 «Hochbau»
Schlotterbeck Areal, Zürich
Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich


Kategorie 2 «Infrastrukturbau»
Seetalplatz Emmenbrücke
IG Epsilon Plus, Emmenbrücke


Kategorie 3 «Energie- und
Gebäudetechnik» (Gesamtsieger)
Neubau Kernser Edelpilze, Kerns
EBP Schweiz, Zürich


Kategorie 4
«Forschung und Entwicklung»
NEST, Dübendorf
Empa und Eawag, Dübendorf


Kategorie 5 «Young Professionals»
Gletschersand-Brücke bei Grindelwald
Emch + Berger Bern, Spiez,
mit Marc-André Berchtold, Jg. 1988


Kategorie 6 «Nachwuchsförderung»
explore-it an den Schulen Schönenwerd; Verein Explore-it, Leuk-Stadt


Kategorie 7 «Jurypreis»
Erdbebenertüchtigung, Akong Rinpoche Memorial Center, Rokpa, Nepal;
Conzett Bronzini Partner, Chur

 

Jury


Sarah M. Springman, Rektorin ETH Zürich & Professorin für Geotechnik, Jurypräsidentin


Adrian Altenburger, Institutleitung Gebäudetechnik und Energie, Hochschule Luzern - Technik & Architektur, Horw


Daniel Büchel, Vizedirektor BFE, Leiter Abteilung Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Programmleiter „EnergieSchweiz", Bern


Stefan Cadosch, Präsident SIA, Partner Cadosch & Zimmermann Architekten ETH/SIA, Zürich


Thomas Fischer, Global Head of System House Portfolio, Building Technologies Division, International Headquarters, Siemens Schweiz AG, Zug


Mario Fontana, Institut für Baustatik und Konstruktion, ETH Zürich


Clementine Hegner-van Rooden, dipl. Bauing. ETH, Fachjournalistin BR und Publizistin Ingenieurbaukunst, Oberägeri/Zug


Patrick Hofer-Noser, Geschäftsführer 3S Solar Plus AG, Thun


René Hüsler, Dr. sc. techn. ETH (PhD), dipl. Informatik-Ing. ETH/HTL, Direktor Hochschule Luzern – Informatik, Rotkreuz


Valentina Kumpusch (-Orsenigo), Dipl.-Ing. ETH, Bundesamt für Strassen ASTRA


René Leutwyler, Mitglied Zentralvorstand SBV, Vizepräsident SBV-Genf, Marti Construction SA / Genf


Daniel Löhr, Swiss Engineering STV, Präsident Fachgruppe Karriere & Kommunikation, Partner Engineering Management Selection E.M.S. AG, Zürich


Urs Rieder, Vizedirektor, Leiter Bachelor & Master, Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Horw


Markus Romani, Studiengangsleiter Bachelor Bau und Mitglied Fachbereichsleitung Bau, Berner Fachhochschule, Dep. Architektur, Holz und Bau, Burgdorf


Judit Solt, dipl. Architektin ETH SIA, Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21, Zürich


Cristina Zanini Barzaghi, dipl. Bauingenieurin ETH SIA, Stadträtin Departement Immobilien, Lugano


Peter Wellauer, Leiter Partnerships, Holcim (Schweiz) AG, Zürich; Geschäftsführer BETONSUISSE Marketing AG, Bern