Heinrich Tessenow-Medaille für Miller & Maranta

Die Auszeichnung ehrt Persönlichkeiten, die Hervorragendes in der architektonischen, handwerklichen und industriellen Formgebung und in der Erziehung zu Wohn- und Baukultur geleistet haben.

Die Basler Architekten Quintus Miller und Paola Maranta haben mehrfach an geschichtlich und kulturell aufgeladenen Orten gebaut, sei dies auf der Passhöhe des Gotthards (Hospiz), in Castasegna im Rahmen der Erneuerung und Erweiterung von Gottfried Sempers Villa Garbald, auf dem Markt im historischen Kern von Aarau (Markthalle) oder in Sils-Maria, wo sie seit vielen Jahren als Hausarchitekten des historischen Hotels «Waldhaus» amten. Andere Orte sind dagegen unscheinbar, so verschiedene Basler Schauplätze wie beim Volta-Schulhaus oder beim Hofeinbau in der Sempacherstrasse.

Die Beobachtung «wie wenn das Haus schon immer so dagestanden wäre» wiederholt sich bei verschiedenen Werken. Sie sind das Resultat einer offenen, aber insistierenden Recherche, eines geduldigen Befragens des Orts und der gestellten Aufgabe, eines Austarierens zwischen dem, was der Ort leisten kann, und dem, was an assoziativer Kraft hinzugefügt werden soll.

Nur selten geht es darum, den Ort zu bauen. Es gilt, den richtigen Ton zu finden, um eine vielleicht nur latent vorhandene Stimmung nicht zu gefährden, sondern vielmehr angemessen zu schärfen und zum Klingen zu bringen.

Für alle Bauten gilt: Die gleiche aussergewöhnliche Sensibilität und architektonische Kompetenz, die den typologischen Entscheid verantworten, prägen auch die räumliche Qualität, die Konstruktion, die Wahl und Verarbeitung der Materialien im Äusseren wie im Innern, das Verhältnis von Neu und Alt, die Möblierung und letztlich deren Synthese: Angemessenheit, Bedeutung und Stimmung.

Die Auszeichnung wird am 9. Mai in Basel verliehen. Infos zu Anmeldung und Programm finden Sie hier.

Die Heinrich Tessenow-Medaille wird im Gedenken an den grossen Architekten, Baumeister und Hochschullehrer europäischen Persönlichkeiten zuerkannt, die Hervorragendes in der architektonischen, handwerklichen und industriellen Formgebung und in der Erziehung zu Wohn- und Baukultur geleistet haben oder deren Wirken dem vielseitigen Lebenswerk Heinrich Tessenows entspricht.
Frühere Preisträger waren u. a. Kay Fisker, Hans Döllgast, Wilhelm Wagenfeld, Peter Zumthor, Giorgio Grassi, David Chipperfield, Eduardo Souto de Moura, Gilles Perraudin, Peter Märkli, Miroslav Sìk, Sergison Bates, Richard Sennett, Roger Diener, Winfried Brenne, Lacaton Vassal, Vittorio Magnago Lampugnani. Die Auszeichnung erfolgt durch die Heinrich Tessenow-Gesellschaft.

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