Wie nut­zen wir Holz nach­hal­tig?

Editorial espazium magazin 7/2026

Publikationsdatum
07-04-2026
Isabel Borner
Redaktorin Umwelt/Energie und Architektur espazium magazin

Ein Frühlingsspaziergang im Wald: Sanft gefiltertes Licht wirft Muster auf den Boden, Vogelstimmen erzeugen einen harmonischen Klangteppich und der Duft von frischem Grün erfüllt die Luft. Doch der Wald ist mehr als ein idyllischer Naherholungsraum. Er leistet einen wichtigen Beitrag für das Klima, indem er CO2 bindet, Wasser speichert und für Kühlung sorgt. Zudem dient er als Rohstofflieferant für Holzbau und Holzenergie. Und deren Ressourcenbedarf steigt, während der Wald weltweit unter den Folgen der Klimaerwärmung leidet.

Derzeit beträgt der Holzanteil bei Schweizer Neubauten rund 10 %, bei Umbauten sogar etwa ein Viertel. Kaum ein Projektwettbewerb kommt ohne Holz aus, und auch die Zahl der Holzheizwerke nimmt stark zu. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der Wald als Lebensraum langfristig intakt bleiben kann – und ob er seine Funktion als CO2-Senke weiterhin erfüllen wird. 

Holzbau hat in der Schweiz eine lange Tradition. Bereits 5000 Jahre v. Chr. wurden die ersten Pfahlbauten an Seen und Flüssen im Mittelland gebaut, es folgten Strick- und Riegelbauten bis hin zum heutigen hochentwickelten Holzbau mit Vorfertigung und digitalisierter Produktion. Man würde also vermuten, der Einsatz von lokalem Holz sei alltäglich und die Prozesse seien etabliert. Aber Holz aus dem eigenen Wald zu nutzen, um Transportwege zu verkürzen und die lokale Kreislaufwirtschaft zu stärken, ist noch keine Routine. Über die Learnings aus dem Neubau des Verwaltungs­gebäudes Frauenfeld berichten die Projekt­leiterin des Kantons, der Architekt und der Energieberater im Interview.

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