Das Reuss­del­ta lebt auf

Editorial TEC21 38/2023

Publikationsdatum
27-11-2023

Der Schutz und die Wiederherstellung von wasserverbundenen Ökosystemen ist eines der Sustainable Development Goals (SDGs) der  Vereinten Nationen. In der Schweiz sind Gewässer seit jeher ein wichtiger Teil des natürlichen Systems. Während Generationen vor uns bedenkenlos in dieses eingriffen, entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten ein anderes Bewusstsein.

So soll beispielsweise die kanalisierte Limmat zwischen Schlieren und Unterengstringen in wenigen Jahren wieder mäandrieren und mit Inseln durchsetzt sein. Auch das Delta des Urnersees erodierte durch die begradigte Reuss und den Kiesabbau im letzten Jahrhundert. Dadurch dünnten Flora und Fauna in den Flachwasser­zonen aus und gingen teilweise verloren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde bereits 1992 der Reusskanal um 300 m rück­gebaut und das Delta verzweigt. Ab 2001 konnten Teile der erodierten Flachwasserzonen mit Material aus dem Gotthard-­Basistunnel und dem Umfahrungstunnel Flüelen wiederhergestellt werden. Eine bedeutende Tier- und Pflanzenvielfalt bereichert heute die Flachwasserzonen mit drei Naturschutz- und drei Badeinseln. Diese Erfolgsgeschichte soll nun mit weiteren Flach­wasserzonen fortgeschrieben werden. Dafür ­bedient man sich des Ausbruch­materials des Gotthard-­Strassentunnels und des Sisikoner ­Tunnels am Axen.

Das Pendel schwingt zurück: Die Begradigungen, Kanäle und Trockenlegungen von Mooren, See­ufern oder Bächen werden rückgängig gemacht, um der Natur wieder mehr Raum zu geben.

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