13 Teams for­schen zur Bau­kul­tur

Baukultur ist mehr als Bauen – sie ist gesellschaftliche Praxis. Im NFP 81 «Baukultur» erforschen dreizehn Teams, wie wir nachhaltig, inklusiv und verantwortungsvoll mit unserer gebauten und noch nicht gebauten Umwelt umgehen können.

Publikationsdatum
04-12-2025
Caspar Schärer
Architekt, Publizist und Raumplaner; Leiter Wissensaustausch beim NFP 81

Baukultur ist so vielschichtig, wie sie wichtig ist. Das Nationale Forschungsprogramm NFP 81 «Baukultur» untersucht deshalb in den nächsten fünf Jahren, wie wir künftig Räume gestalten, nutzen und gemeinsam verantworten müssen. 

Die dreizehn ausgewählten Projekte zeigen, wie breit und zugleich tief das Thema gedacht werden muss. Baukultur wird nicht als Expertenprojekt verstanden, sondern als kollektive Aufgabe – interdisziplinär, lokal verankert und partizipativ.

Mehrere Projekte kritisieren die gängige Abrisspraxis und rücken den Bestand in den Fokus ihrer Betrachtungen. Ob in städtischen Quartieren oder auf dem Land: Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Vorhandenen ist essenziell für eine zukunftsfähige Baukultur. Denn Bestand hat auch etwas mit unserer Identität zu tun. 

In einer Zeit der globalen Angleichung untersuchen andere Projekte, wie lokale Bauweisen, traditionelle Materialien und historische Strukturen nicht nur gepflegt, sondern auch aktiv weiterentwickelt werden können. Zu diesen Strukturen gehören auch KantonsstrassenFriedhöfe und Kulturlandschaften. Auch sie werden als Teil unseres kollektiven baukulturellen Gedächtnisses verstanden und in mehreren Projekten eingehend untersucht.

Nicht minder wichtig ist die Rolle der Teilhabe. Projekte zur Unterbringung von Geflüchteten oder zur baukulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen zeigen, wie eng eine breit abgestützte Baukultur mit Fragen von Zugang, Mitsprache und sozialem Zusammenhalt verknüpft ist. 

Das NFP 81 macht deutlich: Baukultur ist nicht nur das Ergebnis guter Planung, sondern auch ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Es geht um Werte – und darum, wie wir sie in gebaute Realität übersetzen, gestalten und bewahren. 

Die von einem international besetzten Expert:innengremium unter der Leitung der Mailänder Architektin und Urbanistin Paola Viganò ausgewählten Projekte decken ein breites Spektrum an Perspektiven ab – von der Architekturforschung über Soziologie, Denkmalpflege und Landschaftsarchitektur bis zur politischen Planung. 

So entsteht ein vielstimmiges, aber dennoch gemeinsames Bild: Baukultur ist kein Nischenthema, sondern eine Schlüsseldisziplin für einen baulichen, aber auch sozial-ökologischen Wandel.


Zu den Projekten

Das Nationale Forschungsprogramm «Baukultur» (NFP 81) des Schweizerischen Nationalfonds umfasst 13 Forschungsprojekte. 

 

Die Ausschreibung erfolgte 2023, die Auswahl der Projekte 2024 und seit Anfang 2025 läuft die Forschungsphase, die über einen Zeitraum von fünf Jahren bis 2030 erfolgt. 

 

Die Leitungsgruppe des NFP 81 setzt sich aus zehn Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland zusammen und wird von Prof. Paola Viganò von der EPFL präsidiert.

 

www.nfp81.ch

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