Lehm­bau in Côte d’Ivoi­re

Die Residenz des Ersten Mitarbeiters der Schweizer Botschaft in Abidjan

In Abidjan enthüllt das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) eine neue, aussergewöhnliche Residenz. Localarchitecture entwerfen unter Berücksichtigung technischer, klimatischer und kultureller Einschränkungen ein inspirierendes Projekt, bei dem der Lehmbau im Vordergrund steht.

Publikationsdatum
07-01-2026

«Es ist ein schwieriger Weg, aber eine lebendige Mauer kann nicht in einem Elfenbeinturm entstehen.»

Henri Chomette

Diplomatische Architektur ist eine komplexe Gleichung. Sie unterliegt stets einer doppelten Vorgabe: Wie ist zwischen dem Kontext des Gastlands und jenem des bauenden Lands zu wählen? Wie lässt sich nicht eine «schweizerische Identität», sondern vielmehr eine «schweizerische Art» übersetzen, den Geist eines Orts oder einer Baukultur wahrzunehmen, aufzunehmen und zu verstehen?

In einem Land, in dem die Modernisierung von Bauwerken historisch mit dem Kolonialismus verbunden ist, wird es jedoch besonders kompliziert1. Erst recht in einer Metropole, die sich im permanenten Umbruch befindet, einem Gebiet, das unaufhörlich urbanisiert wird und die Spuren seiner Vergangenheit unaufhaltsam auslöscht. Die Antwort von Localarchitecture liegt in der Beziehung zwischen Orten, Materialien und Know-how.

Kritischer Regionalismus

Abidjan, die wirtschaftliche Hauptstadt der Elfenbeinküste, hat sich bereits in den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit (1960) zu einer modernen Metropole entwickelt. Auf einem Archipel erbaut und von einer Bucht umgeben, wurde sie zur Spielwiese einiger modernistischer Architekten, die es verstanden, ihre Bauten an die lokale Kultur anzupassen. Dies gilt beispielsweise für Henri Chomette, dessen Planungsbüro in Abidjan einige der Verwaltungs- und Bankgebäude im Stadtteil Plateau realisierte, jenem Geschäftsviertel, dessen Hochhäuser nach und nach die charakteristische Skyline der Stadt formen sollten.

In Westafrika entwickelten die Büros von Henri Chomette einen subsaharischen Modernismus, der rückblickend als «kritischer Regionalismus» avant la lettre bezeichnet werden kann2: Er passt moderne Prinzipien an ein Gebiet an, statt sie ihm aufzuzwingen. Die Bauten werden schon früh als bedeutendes Kulturerbe anerkannt, von einigen Staatschefs wie Senghor im Senegal oder Houphouët-Boigny in Côte d’Ivoire sogar als «Symbol der Einheit». Chomette versieht seine Gebäude mit monumentalen Portiken, elliptischen oder diagonalen Arkaden, strukturierten Wänden und Ziegelgittern, die kühlende Schlagschatten auf den Fassaden vervielfachen.

Es liegt nahe anzunehmen, dass sich Localarchitecture von bestimmten Motiven dieses Erbes inspirieren liessen, und mehr noch von Chomettes Art der Projektplanung. Um solche Ergebnisse zu erzielen, arbeitete sein Büro nämlich eng mit lokalen Unternehmen zusammen3. «Nur durch die langsame und wahrhaftige Integration von Arbeitern, Handwerkern und lokalen Materialien in die Produktionsteams kann man Regionen und Ländern die Hoffnung auf eine Architektur zurückgeben, in der die Bevölkerung ihre eigenen Werte wiedererkennt und sich zu Hause fühlt», schreibt der Architekt nach zwanzig Jahren Projektarbeit. «Sonst bleiben alle Identikationsbemühungen blosses Pastiche.»4

Schweizer in Abidjan

Unsere diplomatische Geschichte beginnt in den 2010er-Jahren, als das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) Localarchitecture mit der Erweiterung der Schweizer Botschaft in Abidjan beauftragt, einem Nachkriegsbau ohne besondere Qualität. Die Erweiterung wird durch einen grosszügigen Portikus ergänzt, der den wartenden Besucherinnen und Besuchern willkommenen Schatten spendet. Mit ihren imposanten, tänzerisch diagonal gestellten Pfeilern legen die Architekten die Grundlage für eine eigene Formensprache.

Aufgrund dieser ersten Erfahrung gewinnt das Lausanner Büro 2017 eine neue Ausschreibung für die Residenz des Ersten Mitarbeiters der Botschaft. Das BBL unterstützt den Bau eines innovativen und nachhaltigen Gebäudes, das zugleich vorbildlich in die lokale Bauwirtschaft eingebettet werden soll.

Diesmal arbeiten Localarchitecture mit dem in Abidjan ansässigen Architekturbüro ACA zusammen. Dessen Direktor, Francis Sossah, realisierte mehrere bedeutende Werke wie den Kulturpalast und engagierte sich massgeblich bei der Gründung der École d’architecture d’Abidjan (EAA). Rasch kreisen die Gespräche um den Erhalt des modernistischen Erbes der Stadt, das durch das unaufhaltsame Wachstum der Metropole zunehmend bedroht ist. 

Die zwei Seiten der Diplomatie

Die Residenz des Ersten Mitarbeiters ist kein Haus wie jedes andere. Sie ist zwar der Wohnort einer Familie, ist aber auch ein Ort des Empfangs, der der alltäglichen Diplomatie mit Wirtschafts- und Kulturschaffenden des Lands eine Bühne bietet. Localarchitecture begegnen dieser doppelten Anforderung – Intimität und Repräsentation – indem sie um einen verglasten Innenhof zwei Bereiche – einen öffentlichen und eine privaten – anordnen und zwei klar voneinander getrennte Eingänge schaffen, einen für den Alltag und einen für offizielle Gäste. Die Form orientiert sich dabei an einer kompakten Typologie, die den Abzug warmer Luft über den Innenhof begünstigen soll.5

Das Wohnzimmer öffnet sich zu einer Terrasse, die von einer grossen umlaufenden Laube geschützt wird, die das für die Botschaft entwickelte Thema aufgreift: tanzende Säulen und bewusste Asymmetrie. Jeder Raum öffnet sich zum Garten hin: Familienzimmer auf der einen Seite, Empfangsräume auf der anderen.

Bereits bei der Auftragserteilung schlagen Localarchitecture vor, mit Lehm zu arbeiten, der vor Ort verfügbar ist.

Die Dualität des Entwurfs spiegelt sich auch in der robusten und klaren Konstruktion wider, die auf zwei Elementen basiert: einem Stahlbetonskelett, das ein grosses gefaltetes Dach trägt, und Ausfachungen aus Lehmziegeln. Bereits bei der Auftragserteilung schlagen Localarchitecture vor, mit Lehm zu arbeiten, der vor Ort verfügbar ist.

Durchdachte Bioklimatik

In dieser tropischen Region, in der die Luftfeuchtigkeit häufig 80 bis 90 % erreicht, stossen bioklimatische Ambitionen an ihre Grenzen: Die Aussenluft ist stark mit Wasserdampf gesättigt und bringt zudem Malaria übertragende Mücken mit sich. Sie ist gerade in Gebäuden mit hohem Standard selten willkommen. Die Häuser bleiben daher tagsüber geschlossen und die Belüftung erfolgt meist mechanisch und gefiltert. Localarchitecture erkannten schnell, dass der Innenhof allein keine passive Luftregulierung gewährleisten kann. «Das war eine falsche gute Idee», erklärt Antoine Robert-Grandpierre, der für das Projekt verantwortliche Partner. Die Verbesserung der thermischen Koeffizienten müsse in erster Linie über die Leistungsfähigkeit der Gebäudehülle erfolgen. Der Komfort wird durch die regelmäßige Luftbewegung erhöht, die durch grosse Holzventilatoren an den Decken erzeugt wird.

Die Klimastrategie stützt sich daher auf einen anderen Hebel: die thermischen Eigenschaften von gepressten Lehmziegeln. Dieses Material, das Feuchtigkeit aufnehmen und ein trockeneres Innenklima bewahren kann, wird für doppelschalige Wände mit Luftzwischenraum eingesetzt. Durch Konvektion wird warme Luft abgeführt, während die Materialeigenschaften das Innenklima stabilisieren.

Lehm als Identitätsmerkmal

Aber der Lehmziegel ist viel mehr als das. Die in der Nachkriegszeit erfundene und insbesondere im Centre international de la construction en terre (CRAterre) in Grenoble entwickelte Technik gilt als Motor für wirtschaftliche Emanzipation, insbesondere in den jungen Ländern südlich der Sahara. In Burkina Faso erhob Thomas Sankara sie in den 1980er-Jahren zum Symbol der Autonomie; in den 2000er-Jahren verschaffte ihr der Architekt Diébédo Francis Kéré internationale Bekanntheit. Heute erfreut sich der Lehmbau einer solchen Beliebtheit, dass er Hoffnung auf eine Alternative zum Betonbau weckt, der die westafrikanische Küste prägt.6

Allerdings hat der Lehmziegel in der Bucht von Abidjan, einem Gebiet, das vom Warenhandel geprägt ist, noch immer Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Seit dreissig Jahren setzt sich ein Absolvent des CRAterre dafür ein, die Vorteile dieses Baustoffs in der Region bekannt zu machen. Lehm, erklärt Philippe Romagnolo, wird in der Vorstellung der Menschen nach wie vor mit Ländlichkeit und Armut assoziiert.

Die Einwohner wollen sie nicht. Doch ihre thermische Effizienz, insbesondere in der Regenzeit, überzeugt nach und nach die wohlhabende Kundschaft, und der Architekt beobachtet endlich einen gewissen Trickle-Down-Effekt: Seit einigen Jahren gründen seine ehemaligen Mitarbeiter ihre eigenen Bauunternehmen für Lehmziegel und starten durch.

Eine Demonstrationsbaustelle

Im diplomatischen Kontext dieses Projekts erweist sich die Wahl von Lehm als besonders passend – auch weil sie die Weitergabe von Know-how ermöglicht. Localarchitecture beauftragten das Genfer Unternehmen Terrabloc mit der Herstellung von Tausenden von Ziegeln. Einer der Gesellschafter, Rodrigo Fernandez, reiste 2023 vor Ort, um ein Team von Maurern in die Lehmbau-Technik einzuführen. Innerhalb von zehn Tagen haben sie Rezepte und Handgriffe erlernt und intensiv geübt, bis mehrere qualitativ hochwertige Mock-ups entstanden.

Während der Bauarbeiten wird Laterit in unmittelbarer Nähe aus einem durch eine neue Strasse freigelegten Vorkommen gewonnen. Er wird gesiebt, mit Zement (8 %) und Wasser vermischt und anschliessend mit einer hydraulischen Presse (bis 6 MPa) verdichtet. Die kostbaren Ziegel werden sorgfältig auf Paletten gelagert und vor Feuchtigkeit – und Termiten – geschützt. Lagerung und vor allem Handhabung sind zentrale Herausforderungen: Lateritziegel sind brüchig und müssen behutsam behandelt werden, um Mängel zu vermeiden. Localarchitecture lassen in ihrem Projekt jedoch eine Ästhetik «roh belassener» Blöcke zu, die die Spuren der Herstellung sichtbar macht.

Bei der Montage der Wände müssen die Ziegel sorgfältig verlegt werden: Die Doppelwände werden nicht durch Metallanker, sondern durch um 90° gedrehte und zurückversetzte Ziegel zusammengehalten, die zugleich an der Aussenseite Ornamente bilden. Bereits im Eingangsbereich zeigen die Lehmwände das ästhetische Potenzial des Materials: Flechtwerk in den Fenster- und Türöffnungen, kunstvoll gearbeitete Sichtschutzwände um die Nebenräume, geometrische Fassadenmotive. Die Muster wurden direkt mit den neuen Handwerkern entwickelt und demonstrieren deren Können.

Import/Export

Die erste Herausforderung dieses aussergewöhnlichen Bauvorhabens betrifft den Betonbau: Um das grosse triangulierte Dach zu realisieren, entsendet das beauftragte Schweizer Unternehmen eine Handvoll Arbeiter, die fast ein Jahr lang in Abidjan leben. Ihre wichtigsten Arbeitswerkzeuge, die Schalungsplatten, werden per Container geliefert. Einige davon werden von Termiten zu Sägemehl zerfressen. Man passt sich an.

Da der Beton aus der Peripherie kommt, wird die Mischung bewusst sehr flüssig gehalten und während verkehrsarmer Zeiten, also nachts, geliefert.

Das Betonieren wird durch die für Abidjan typischen Staus besonders erschwert. Da der Beton aus der Peripherie kommt, wird die Mischung bewusst sehr flüssig gehalten und während verkehrsarmer Zeiten, also nachts, geliefert. Gegossen wird in den frühen Morgenstunden.

Für den Innenausbau werden ausschliesslich lokale Ressourcen verwendet: ivorisches Tropenholz für Oberflächen und Möbel, heller Terrazzo als Bodenbelag, dessen wechselnde Zuschläge an die Farbe der Ziegel erinnert. Das Dach, das weder flach noch geneigt ist, weist unterschiedliche Höhen auf, um das Regenwasser, das im Juni besonders reichlich fällt, abzuleiten. In der Regenzeit speien die krokodilförmigen Wasserspeier wahre Wasserfälle aus.

Inspiration

Ohne Folklore, ohne Pastiche reiht sich das Haus des Ersten Mitarbeiters in die Kontinuität einer Architektur ein, die ihre Lösungen, seien sie technischer oder formaler Natur, nicht aufzwingt, sondern anpasst. Mit seinen Rautenmustern und den tanzenden Diagonalen seines Portikus fügt es sich gut in das Konzept der «asymmetrischer Parallelität» ein, das Senghor in seinem Gesetz über die senegalesische Architektur ironisch formuliert hat. Dieses Thema wurde nach der Unabhängigkeit in den grossen westafrikanischen Städten populär: Um die Afrikanität der Bauten zum Ausdruck zu bringen, sollte eine unvernünftige Ordnung, ein irrationaler Rationalismus gesucht werden – eine poetische, ironische Antwort auf eine unlösbare Gleichung. Für die Pfeiler der Residenz gelten dennoch genaue Regeln, erklärt Projektleiter Pedro Vieira: Obwohl alle unterschiedlich sind, wurden sie unter Berücksichtigung der Ziegelmuster im Hintergrund geduldig nach denselben umgekehrten Diagonalen angeordnet.

In der Zwischenzeit hat einer der Maurer, begeistert von der Technik, sein eigenes Unternehmen gegründet.

«Eine lebendige Mauer kann nicht in einem Elfenbeinturm entstehen», schrieb Henri Chomette nachdem er jahrzehntelang in Afrika gebaut hatte. Die lebendigen Wände der Residenz des Ersten Mitarbeiters werden zweifellos Diskussionen anregen – vielleicht sogar Berufungen. Als Rodrigo Fernandez zwei Jahre nach dem Einführungskurs für lokale Handwerker das Ergebnis sieht, ist er von der unglaublichen Präzision der Ausführung beeindruckt. In der Zwischenzeit hat einer der Maurer, begeistert von der Technik, sein eigenes Unternehmen gegründet. So erfüllt diese diplomatische Residenz ganz konkret ihre Rolle als Schnittstelle zwischen Kulturen, Techniken, Klimazonen und Bräuchen.

Residenz des Ersten Mitarbeiters der Schweizer Botschaft in Abidjan, Côte d’Ivoire


Bauherrschaft
Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL)


Architektur
Localarchitecture, Lausanne


Lokaler Architekt
Architectes Consultants et Associés (ACA), Abidjan
 

Tragwerksingenieur
Thomas Jundt Ingenieure, Genf


Entwurf: 2017 


Realisierung: 2020–2025
 

Anmerkungen

 

1  Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die «lokale Identität» in Wirklichkeit das Ergebnis einer langen Vermischung und Verschmelzung der Bevölkerungsgruppen ist, die sich an der Küste angesiedelt haben (die Gruppen der Akan, Krou, Mandé, Gour … und die sechzig ethnischen Untergruppen, aus denen sie bestehen), gefolgt von den Kolonisten und schliesslich den Wirtschaftsmigranten, die sich in dieser Bucht niedergelassen haben. In einem solchen Kontext entkommt die Suche nach einer angeblich einheimischen Bautradition nur schwer den Klischees.
 

2 Léo Noyer Duplaix, «Henri Chomette et l’architecture des lieux de pouvoir en Afrique subsaharienne», In Situ [Online], 34 | 2018, hochgeladen am 27. April 2018, abgerufen am 10. Mai 2023. Die hier wiedergegebenen Zitate von Chomette stammen ebenfalls aus diesem Artikel.
Siehe auch die gekürzte englische Fassung «Henri Chomette: Africa as a Terrain of Architectural Freedom», in Manuel Herz, African Modernism, S. 270–281. Für den Autor lassen sich die Werke von Henri Chomette, die aus Transfers, Assimilationen und Neuinterpretationen bestehen, mit dem von Frampton identifizierten kritischen Regionalismus in Verbindung bringen. Kenneth Frampton, «Towards a Critical Regionalism: Six Points for an Architecture of Resistance», in: Hal Foster (Hrsg.), The Anti-Aesthetic. Essays on Postmodern Culture, Port Townsend, WA, Bay Press, 1983.

 

3  Laut seiner ersten Biografin Diala Touré arbeitete das Planungsbüro in einer «harmonischen Kette» und entwickelte seine Lösungen gemeinsam mit lokalen Unternehmen, mit dem Ziel, sich von der Abhängigkeit vom Kontinent zu lösen, aus dem die Baumaterialien importiert wurden. Diala Touré, Créations architecturales et artistiques en Afrique sub-saharienne, 1948–1995, bureaux d’études Henri Chomette, Paris, L’Harmattan, 2002.

 

4  Henri Chomette, «Abschweifungen zur Integration von Kunst und Traditionen», Architecture intérieure, Oktober–November 1977, Nr. 162.

 

5  Zu den von Localarchitecture herangezogenen Referenzen zählen die Patiohäuser, die das Abidjaner Büro Koffi Diabaté in Assini realisiert hat. Diese Häuser funktionieren zwar ohne Klimaanlage, können jedoch aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zur Küste die ozeanischen Winde nutzen.
 

6  Armelle Choplin, Matière grise de l’urbain: la vie du ciment en Afrique, Genf, MētisPresses, 2020.

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