Fe­der­leicht über den Gra­ben

Neubau Munot-Steg, Schaffhausen

Publikationsdatum
04-09-2026

Schaffhausens Wahrzeichen, der Munot, steht da wie eh und je: rund, schwer, selbstbewusst. Eine Festung aus einer Zeit, in der man zeigen wollte, was man hat, und das möglichst für die Ewigkeit. 

Jung und filigran ist dagegen die Passerelle, die seit diesem Jahr über die Grabenmauer führt: Die 24 m lange Stahlkonstruktion ersetzt eine frühere Betonbrücke. Als Siegerprojekt des Wettbewerbs hiess die Passerelle «Federleicht», und tatsächlich: Federleicht wirkt sie, weil sie konstruktiv auf das Notwendige reduziert ist. Man überquert sie, fast ohne es zu merken. Der Blick wandert zum Munot, bleibt an den dicken Mauern hängen, an der Geschichte, an der Schwere. 

Die Passerelle hingegen erledigt ihre Aufgabe leise, selbstverständlich, elegant. Sie trägt, ohne sich aufzudrängen. Sie verbindet, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Und sie zeigt, wie viel Planung und Präzision nötig sind, um diese Selbstverständlichkeit zu erreichen. Sie ist so perfektioniert, dass sie fast verschwindet. Aber nur fast: Trotz – oder vielmehr gerade wegen – dieser Immaterialität steht sie im Rampenlicht, zurzeit im Public Voting des Prix Acier, zusammen mit weiteren exzellenten Stahlbauwerken.

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