Strukturen, die bleiben – 100 Jahre Heinz Hossdorf
Editorial TEC21 22/2025
Heinz Hossdorfs Bauwerke und Ideen sind bis heute Teil unseres baukulturellen und technischen Gedächtnisses. Nächstes Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Sein Werk lebt weiter.
Wie stark Hossdorfs Schaffen bis in die Gegenwart wirkt, zeigt sich gerade in diesem Herbst besonders deutlich. Das Theater Basel feiert 50 Jahre Neubau – ein Bauwerk, das mit seinem ikonischen Hängedach aus Beton nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich eine Landmarke gesetzt hat. Offene Diskussionsrunden, Ausstellungen und ein vielfältiges Jubiläumsprogramm machen sichtbar, wie sehr herausragende Ingenieurbaukunst unser kulturelles Leben prägen kann.
Hossdorf verstand es, mit feinem Gespür bemerkenswerte Tragkonstruktionen zu entwickeln und zu bauen, die materialeffizient und gestalterisch überzeugen. Auch die ETH Zürich richtet den Blick auf Hossdorfs Vermächtnis: Die Professur für Architekturtheorie und ihre Studierenden eröffnen in Zusammenarbeit mit Elke Genzel, gta Archiv und gta Ausstellungen auf dem Hönggerberg eine Ausstellung zu seinem Werk.
Zwischen Geschichte und Gegenwart, Pioniergeist und Zukunftsfragen wird dort deutlich, dass nachhaltiger Umgang mit Bauwerken weit mehr bedeutet, als sie bloss zu konservieren – er heisst, ihre Nutzung weiterzudenken, eine sorgfältige Analyse durchzuführen und die Tragfähigkeit sicherzustellen. So bleiben Werke lebendig und können ihre Geschichte weiterschreiben – ganz im Sinne Hossdorfs, der mit unerschöpflichem Gwunder stets neue Wege suchte und Werke weiterdachte. Insofern ist Hossdorfs Erbe nicht nur Erinnerung, sondern auch Auftrag.