Aussicht mit Zimmern

Die Architektursprache auf dem Bürgenstock

Mit ihren Interpretationen der landschaftlichen Ausgangslage vertreten das neue Bürgenstock Hotel und das revitalisierte Palace Hotel zwei starke Positionen innerhalb des Hoteldorfs.

Franziska Quandt Redaktorin TEC21

Hella Schindel Architektur, Redaktorin TEC21

Bürgenstock Hotel

«Goldfinger», der Name des Wettbewerbsprojekts, ist nicht nur beziehungsreich hinsichtlich der örtlichen Geschichte, sondern beschreibt zugleich die markante  Form des Restaurants, das sich kühn über den Abgrund streckt. Städtebaulich fügt sich der Komplex in ein bereits dicht bebautes Umfeld aus Alt und Neu. Der Grundriss des Gebäudes besteht aus zwei sich überlagernden Winkeln. Zwei Flanken begrenzen die zentrale Piazza, deren dritte Seite vom denkmalgeschützen Gübelin-Pavillon und den dahinterliegenden Spa-Gebäuden gefasst wird. Die Bergstation der Standseilbahn ist in den Sockel integriert. In nordwestlicher Richtung liegt die Lobby; ihr Dach ist als öffentliche Terrasse begehbar. Dieser tiefer platzierte Baukörper dient als Abstandhalter zum Gelände des Palace Hotels, das sich gen Osten in gleicher Ausrichtung anschliesst. Die Fassaden aus Muschelkalk nehmen Bezug auf den Bestand. Bronzefarben beschichtete Bauteile sowie grosse Glasflächen geben dem neunstöckigen Hotel einen urbanen Ausdruck.

Bauherrschaft: Bürgenstock Hotels AG, Obbürgen
Architektur: Rüssli Architekten, Luzern
Ausführung: 2014–2017
Geschossfläche: 27 500 m2
Investitionskosten: 100 Mio. Fr.


Palace Hotel

Das 1903 vom Architekten Heinrich Meili-Wapf erbaute Palace Hotel prägte mit seiner markanten Schaufassade von Anfang an das Bild des Bürgenstocks Resorts. Bauliche Veränderungen in den 1960er- und 1970er-Jahren verunklärten das Erscheinungsbild. Mit dem neuen Konzept des Resorts erstrahlt das Palace Hotel in altem Glanz. Dafür setzten die Architekten aus Luzern auf den ursprünglichen Ausdruck des Gebäudes zur Zeit seines Baus 1953 und liessen die Eingriffe späterer Jahre zurückbauen. Die historische Gebäudefassade wurde saniert, das Hotel entkernt, und die neue, massive Betonstruktur integriert die alten Mauern statisch. Die innere Organisation der Grundrisse stimmt mehrheitlich mit der alten Typologie und Geometrie überein. Das ursprüngliche flach geneigte Walmdach wurde durch ein Mansarddach ersetzt, dessen Lukarnen den Rhythmus der Fassadenfenster aufnehmen. Die so akzentuierte Höhe schafft eine stärkere optische Verbindung zum neuen Bürgenstock Hotel.

Bauherrschaft: Bürgenstock Hotels AG, Obbürgen
Architektur: Lüscher Bucher Theiler, Luzern
Ausführung: 2014–2017
Geschossfläche: 9620 m2
Bauvolumen: 31 544 m3

 

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