Sanierung der Neuen Nationalgalerie auf 100 Millionen veranschlagt

Ein 2500 m² grosser Glaspavillon mit freitragendem Stahldach - die Neue Nationalgalerie in Berlin gilt als eines der schönsten Museen der Welt. Jetzt kommt erstmals die Kostenschätzung für die Sanierung auf den Tisch.

Die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin soll nach einer ersten Berechnung gut 100 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung übernimmt der Bund, die Summe sei bereits genehmigt, sagte der Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger.

Ein Risikozuschlag und die Kosten für die Wiedereinrichtung des Museums sind in dem Betrag noch nicht enthalten. Das denkmalgeschützte, fast 50 Jahre alte Gebäude von Ludwig Mies van der Rohe in der Nähe des Potsdamer Platzes gilt als Ikone der Moderne. Für die Sanierung zeichnet der britische Architekt David Chipperfield verantwortlich.

Allein 40% der jetzt Kosten entfallen auf die Sanierung der Gebäudehülle. Der lichte Glaspavillon soll bis auf den Betonkern im Untergeschoss entkernt und später wieder mit den Originalteilen verkleidet werden. Grösste Herausforderung ist der Ersatz der riesigen Glasscheiben im Obergeschoss, die zum Teil gesprungen sind oder anlaufen. Weltweit gibt es nach Angaben von Chipperfield-Projektleiter Daniel Wendler nur eine einzige Firma, die die notwendige Überbreite von fast dreieinhalb Metern liefern kann. Sie liegt in China.

Die Neue Nationalgalerie ist Berlins wichtigstes Museum für die Kunst der Moderne. Sie bleibt wegen der Bauarbeiten voraussichtlich bis zum Jahr 2020 geschlossen. Nach dem Pergamonaltar, der ebenfalls wegen Sanierungsarbeiten bis 2019 nicht zu sehen ist, verliert die Bundeshauptstadt damit eine zweite wichtige Touristenattraktion.

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