Sch­wei­zer So­lar­preis 2012

Der Schweizer Solarpreis 2012 zeichnet insgesamt 27 Projekte aus –nicht nur die erzielten Energieerträge sind dabei erfreulich hoch, sondern auch die gestalterische Qualität der Plusenergiebauten (PEB).

Data di pubblicazione
01-11-2012
Revision
25-08-2015
Alexander Felix
Dipl.-Ing. Arch. TUM; Mitglied des Stiftungsrats Architektur Dialoge, Basel

Solarenergie lässt auch heute noch träumen: Nachdem 2010 Bertrand Piccard und André Borschberg für die Entwicklung des Solarflugzeugs «Solar Impulse»  ausgezeichnet wurden, erhielten diesmal das Solarschiff «MS Tûranor PlanetSolar» und seine Mannschaft einen Preis für die erfolgreiche Erdumrundung.
Im täglichen Leben erweist sich hingegen die Nutzung von Industriedächern für die Solarenergie als besonders erfolgreich. Während die zurzeit grösste Anlage der Schweiz auf den Dächern der Palexpo-Bauten in Le Lignon GE 4.2 GWh/a zur Einspeisung ins öffentliche Netz erzeugt, setzt etwa die Lateria Engiadinaisa auf eine eigens auf ihre Produktion abgestimmte Form der Sonnenenergienutzung: Die ewz liefern im Energie-Contracting mit einer Pilotanlage aus 115m2 grossen, parabolrinnenförmigen Sonnenkollektoren über 135 °C heissen Dampf für die Molkerei. 
In vielen Projekten werden die Solaranlagen mit weiteren erneuerbaren Energiequellen wie Geothermie (Energie Solaire, Umweltarena, PEB Fent, Wohnüberbauung Blauort), Holzschnitzelfeuerung (Agro Energie Schwyz, Salzgeber, Coop-Bäckerei) oder einem Kleinwasserkraftwerk (Renggli) kombiniert, um die unstete Sonnenenergie zu ergänzen. Anfallende Energieüberschüsse werden in Erd- oder Wasserspeichern eingelagert (Agro Energie Schwyz, Umweltarena, Salzgeber), für die Elektromobilität genutzt (PEB Fent und Setz) oder sollen künftig zur Herstellung von Wasserstoff dienen, um den Diesel für Baumaschinen zu ersetzen (Affentranger).
Im Vergleich mit früheren Preisträgern ist ein anhaltender Trend hin zu guter Integration der Solaranlagen in die Architektur erkennbar – speziell beim Norman-Foster-Solar-Award. Ein heikles Feld berührt der Solarpreis mit der Auszeichnung für das Solardach der ökumenischen Kirche in Halden. Das aus zwei gleichen Satteldächern zusammengefügte Kirchendach wurde als Symbol für die Gemeinschaft der Konfessionen errichtet. Die 46.6-kWp-Solaranlage auf der südgerichteten Dachfläche stört nun allerdings die ursprünglich angestrebte Balance. 
Aus 80 eingereichten Bewerbungen zeichnete die 41-köpfige Jury beim 22. Schweizer Solarpreis insgesamt 25 Projekte in sieben Kategorien aus – hinzu kamen noch zwei Sonderpreise.

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