100 Jah­re Bau­haus I: Gren­zü­ber­schrei­tung

Editorial TEC21 27–28/2019

Data di pubblicazione
11-07-2019

Was bleibt vom Bauhaus? Rückblicke gibt es derzeit reichlich – 2019 wäre die legendäre Bildungseinrichtung 100 Jahre alt geworden. Uns in­ter­essiert vor allem ihre gegenwärtige Bedeutung.

Die Idee einer Pädagogik, die auf induktives Lernen und die Einheit von Forschung, Lehre und Praxis setzt, spielt an unseren Hochschulen trotz Bologna-Reform und ETCS-Credits noch immer eine Rolle. Sie bildet ein kleines, aber bedeutendes Gegengewicht zu den vorherrschenden Standards der Lehre, das es zu pflegen gilt.

Aber auch die drei ehemaligen Standorte selbst bieten Gelegenheit zum Beleben der Geschichte: Sie haben sich zum Jubiläum mit je einem neuen Museum beschenkt. In Weimar hat Heike Hanada eine Landmarke geschaffen, die mit dem wiedereröffneten Neuen Museum seit April 2019 die «Topografie der Moderne» repräsen­tieren soll – zwischen ehemaligem Gauforum und Park eine Herausforderung.

In Dessau haben addenda architects das Vermächtnis des Bau­hauses als schwarzen Kubus in einen lang gestreckten Glaskörper gehängt. Der Freiraum im Erdgeschoss soll ab September 2019 als offene Bühne für die Stadt fungieren.

Beide Entwürfe versuchen, nicht in einen formalen «Bauhaus-Stil» und damit in eine Imitation abzugleiten, sondern der visionären Idee durch eine Neuinterpretation Ausdruck zu verleihen. Auch wenn dies formal nicht immer geglückt ist, sind wir gespannt, wie die Museen angenommen werden.

Beim dritten Standort, der Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs / Museum für Gestaltung in Berlin durch Staab Architekten, lässt die Eröffnung noch bis 2022 auf sich warten. Immerhin hat der Spatenstich im Juni 2019 den Baubeginn eingeläutet.

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