Books for Ar­chi­tects

Ausstellung

Die Ausstellung am gta zeigt einerseits eine historische Auswahl von besonderen «Büchern für Architekten», andererseits «Buchbeiträge» zeitgenössischer Architekten, Historiker und Theoretiker.

Date de publication
27-11-2015
Revision
27-11-2015

Die Ausstellung «Books for Architects», die am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich zu sehen ist, will Architekturschaffende zum Lesen animieren und auch dem Sinn des geschriebenen Worts und seinen Darstellungsformen nachgehen. Die Bücher und das Lesen sind auf vielfältige Weise inszeniert.

Bereits im Foyer empfängt den Besucher eine fast schrille Collage von Wörtern. Zitate, Textauszüge oder reine Typografie sind auf den Wänden in Pink und Blau angebracht. Und «the Book-machine» von OMA präsentiert alle von OMA herausgegebenen Bücher. Diese zu lesen stellt in der engen Hintereinanderreihung jedoch eine ganz neue Herausforderung dar.

Im Ausstellungsraum selbst wurde kräftig mit der Graffitidose und mit Mauerziegeln gearbeitet, was der Ausstellungsarchitektur einen etwas schmuddeligen Charakter verleiht. Dieser Eindruck wird aber durch die Präsentation vieler wunderschöner antiker Stücke, zum Beispiel einer handschriftlich korrigierten Ausgabe von Gottfried Semper, wieder relativiert. Mehrere Schaukästen zeigen eine Auswahl an Büchern von Exponenten wie Christian Kerez, Karl Holmqvist oder Sigfried Giedion. Pläne, Bilder oder Architekturmodelle vervollständigen die Darstellungsformen, die man aus der Architektur kennt. 

Auch eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Buch findet statt. Ein von Stanislaus von Moos präsentierter Text setzt sich mit der neuen Bedeutung des Buchs in einer immer stärker digitalisierten Welt auseinander: «In der Renaissance machte das gedruckte Buch (cacl) der Architektur (celà) die Aufgabe streitig, Informationen zu speichern und der Menge sichtbar zu machen. Nachdem sich letztere Funktion (das heutige caci) ins Ephemere und Multimediale verflüchtigt hat, sitzen Buch und Bau im Schmollwinkel und sinnieren über ihre Zukunft als notgedrungen ‹Langsame Medien›.

Soll man selber zum Wimmeln, Flimmern und Zappeln übergehen und dabei riskieren, sich noch den letzten Rest typologischer Verbindlichkeit absaugen zu lassen? – Warum nicht einfach damit anfangen, die Aufgaben, die sich lohnen, im Leben selbst aufzuspüren und Bau und Buch als eine Konfiguration des Altbekannten neu zu erfinden und mit relevanten Inhalten zu füllen? – I like boring books.»

Der Wert eines gedruckten Buchs ist indes nicht zu unterschätzen. Nicht zuletzt für Architektinnen und Architekten. «Bücher zeugen vom Versuch, über Architektur zu sprechen, sie sind Inspirationsquelle, Mittel zur Polemik, Ausdruck von Träumen und Wunschvorstellungen und vieles mehr», heisst es im die Ausstellung begleitenden Text – und das bleibt wohl noch eine lange Weile so.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. Dezember 2015, an dem eine Performance von Karl Holmqvist den Abschluss bildet.

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