«Uns in­ter­es­siert gu­te In­nen­ar­chi­tek­tur»

Am 30. Mai findet der World Interiors Day statt. Dazu lädt die Vereinigung Schweizer Innenarchitekten/-architektinnen VSI.ASAI nach Zürich ins Centre Le Corbusier / Museum Heidi Weber. TEC21 sprach mit Organisator Markus Stucki über einen besonderen Anlass an einem speziellen Ort.

Publikationsdatum
07-05-2015
Revision
07-10-2015
Tina Cieslik
Redaktorin TEC21 / Architektur und Innenarchitektur

Herr Stucki, worum geht es am World Interior Day WID?
Markus Stucki: Wir möchten auf innenarchitektonische Themen aufmerksam machen. Das Berufsbild der Innenarchitekten ist in der Gesellschaft nicht stark verankert, es gibt zwanzigmal weniger Innenarchitekten als Architekten. Der WID richtet sich nicht nur an Vereinsmitglieder, sondern vor allem an eine interessierte Öffentlichkeit.

Dieses Jahr findet der Anlass im Centre Le Corbusier / Museum Heidi Weber statt. Wie kam es dazu?
Der Bau ist der letzte umgesetzte Entwurf von Le Corbusier und sein einziges realisiertes Gebäude in Zürich. Ab 21. Mai bis Oktober ist er wieder regelmässig für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier finden sich zwei Interessen: Wir möchten auf uns aufmerksam machen, und der Veranstaltungsort ist ein besonderer Bau, der in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten ist. Zudem hat der Pavillon eine internationale Ausstrahlung. Das kommt uns entgegen, da der Anlass nicht nur in der Schweiz stattfindet, sondern weltweit.  

Welche Rolle spielt die International Federation of Interior Architects/Designers IFI am WID?
Der IFI koordiniert lose die länderspezifischen Veranstaltungen. Dazu gibt es jedes Jahr ein Motto, das hilfreich sein kann, aber nicht allzu einengend ist. In diesem Jahr ist es «Design for all». 

Warum ist der Pavillon für Innenarchitekten interessant?
In diesem Fall zeichnet sich der Bau nicht durch eine Innenarchitektur aus, die sich von der Architektur abgrenzt. Es handelt sich um ein Gesamtkunstwerk, in dem mehrere Disziplinen auf hohem Niveau zusammen kommen. Es gibt verschiedene Arten, wie Innenarchitektur entsteht – hier stammt sie von einem Architekten, der seine Vision bis ins Detail umsetzte. Zudem war die Initiantin des Baus, Heidi Weber, eine Zeit lang als Innen­architektin tätig.

Ist es für die Anliegen der Innenarchitekten nicht kontraproduktiv, einen Bau zu präsentieren, bei dem ein Architekt Innen­architektur auf hohem Niveau realisierte?
Ein berechtigtes Argument. Für uns überwog aber die ein­malige Chance, eine Veranstaltung an diesem besonderen Ort durchführen zu dürfen. Bereits letztes Jahr in der Villa Patumbah fand der WID in einem Bau statt, dessen Räume nicht von einem Innenarchitekten unserer Generation konzipiert wurden. Uns interessiert vor allem eine gute Innenarchitektur.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?
Der Pavillon kann selbstständig oder im Rahmen einer 45-minütigen Führung besichtigt werden. Ausserdem läuft die Aus­stellung «Chandigarh sehen. Schweizer Reportagen». Und wir zeigen die Filmreportage «Centre Le Corbusier / Das letzte Bauwerk von Le Corbusier» von Fredi M. Murer und Jürg Gasser mit ­Impressionen aus der Bauzeit. 

World Interiors Day
 

Samstag, 30. 5. 2015, 13–17.30 Uhr

Centre Le Corbusier / Museum Heidi Weber,
Höschgasse 8,
8008 Zürich.


Anmeldung für die Führungen: wid [at] vsi-asai.ch


Weitere Infos: www.vsi-asai.ch

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