Stadt aus Holz

Ressourcen, Ökonomie, Architektur

Editorial und PDF des Sonderheftes in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt und Wüest & Partner

Publikationsdatum
11-11-2015
Revision
11-11-2015

Der moderne Holzbau ist eine relativjunge Bauweise, deren Attribute gut insstädtische Umfeld passen. Seit einigenJ ahren steigt denn auch die Zahl der Bauten, die teilweise oder ganz aus Holz bestehen, stetig an. Die Grössendimensionen dieser Gebäude und die damit verbundenen baulichen Anforderungen gehen aber weit über den traditionellen Holzbau hinaus, und Fragen zu Lebenszyklen, Unterhaltskosten, Normen und Richtlinien müssen neu beantwortet werden. Mit der Suche nach Lösungen und Entwicklungen auf allen Ebenen beschäftigen sich zahlreiche Partner – darunter Privatwirtschaft, Hochschulen,Verbände und der Bund.
Dieses Sonderheft «Stadt aus Holz» richtet sich vor allem an institutionelle Bauherrschaften wie Pensionskassen, Banken, Genossenschaften, Gewerbe und öffentliche Auftraggeber aus Gemeinden, Bund undKantonen sowie deren Architekten und Ingenieure. Es beleuchtet daher die Schnittstellen zwischen Bauen und Wirtschaft. Beispiele grösserer Wohn- und öffentlicher Bauten demonstrieren, was machbar ist. Weitere Beiträge veranschaulichen darüber hinaus, wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Holzbau in der Schweiz aussehen, und zeigen seine Perspektiven auf. Die Beraterfirma Wüest & Partner erhebt zum Thema laufend Daten und wertet sie aus – ein Überblick und Zusammenhänge dazu in dieser Publikation.
Damit der Holzbau sich weiter etabliert und zukünftig unsere Gebäudelandschaft prägt – so wie es heute der Massivbau ganz selbstverständlich tut –, gilt es, teils komplexe Zusammenhänge und Erfahrungen allen praktisch am Bau Beteiligten anschaulich zugänglich zu machen. Der Aktionsplan Holz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), unterstützt diese Kommunikation. Denn es geht nicht nur um gute Bauten und komfortables Wohnen, sondern auch um volkswirtschaftliche Fragen: Ein Drittel unserer Landesfläche ist von Wald bedeckt. Das Holz soll nachhaltig genutzt werden. Die Schwei zer Holzwirtschaft mit ihren rund 85 000 Arbeitsplätzen ist prädestiniert dafür, diesen lokalen erneuerbaren Rohstoff zu verwerten.
Es gilt weitsichtig zu planen, denn bis ein Baum gewachsen ist und geerntet werden kann, dauert es je nach Art und Höhenstufe zwischen 60 und 100 Jahre.
Von qualitativ hochwertigen Holzbauten profitieren Bauherren, weil ihre Projekte den Ansprüchen einer wachsenden, umweltbewussten und dem urbanen «Holz-Chic» nahestehenden Nutzergruppe gerecht werden. Nicht nur deshalb sind Holzbauten unter dem Strich rentabel, wenn man die langfristigen Lebenszykluskosten betrachtet. Gesundes Wohnklima und sorgfältig geplante und umgesetzte Architektur kommen den Bewohnern zugute. Die Gesellschaft schliesslich profitiert vom Erhalt von Arbeitsplätzen und das Klima von einem CO2 neutralen Baustoff. Das alles erfordert aber ein Umdenken.