Di­gi­ta­le Tur­bu­len­zen

Editorial TEC21 15/2019

Publication
11-04-2019

Der Bund hat es publiziert, doch die Branche offenbar noch nicht recht zur Kenntnis genommen: In knapp zwei Jahren wird Building Infor­ma­tion Modelling (BIM) für alle Hochbauprojekte des Bundes und der bundesnahen Betriebe obligatorisch, wenig später auch für den Infrastrukturbau. Das heisst: SBB, Astra, Post etc. bauen dann nur noch mit Architektur- und Ingenieurbüros, die BIM beherrschen.

Der Begriff BIM tauchte vor rund 15 Jahren in der Baubranche auf. Die Idee dahinter, ein Produktmodell für Gebäude, ist noch älter. Trotzdem lassen wir es in der Schweiz gemächlich angehen, als sei BIM eine flüchtige Modeerscheinung. Doch das ist ein Irrtum. Die Digitalisierung wird das Planen und Bauen stärker verändern, als es ­bisher der Fall war, und schneller, als viele es sich vorstellen. Branchenfremde Firmen wie Google und Amazon, die neu als Developer und TU auftreten, mischen den Markt auf. BIM ist nur ein Aspekt einer tief greifenden Transformation.

Was bringt BIM den Planerinnen und Planern? Befürworter versprechen Transparenz, höhere Effizienz und tiefere Kosten für alle Planungs-, Bau- und Nutzungsphasen des Baus. Skeptiker verweisen auf Risiken wie die Entmündigung der Planungsfachleute oder die aufwendige Archi­vierung. Und wie steht es mit der Daten­sicherheit, wenn global tätige IT-Riesen und politische Akteu­re auf Informationen im digitalen Modell zugreifen können?

BIM zeigt einmal mehr: Offenheit für Neues ist in der Theorie gut und schön, doch in der Praxis spielen auch Ängste eine Rolle. ­Diese Ausgabe widmen wir den spezifischen Herausforderungen für Planerinnen und Planer inmitten digitaler Turbulenzen.

Artikel aus früheren Heften und weitere Online-Beiträge zum Thema BIM finden sich in unserem digitalen Dossier

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