The Monocle Guide to Building Better Cities

Buchbesprechung

Wie kreieren wir bessere Städte «für Menschen jeden Alters und Hintergrunds»? Wie entstehen Städte, die das Wesentliche bieten – gute Verkehrsanbindung, gute Arbeitsplätze – oder Dinge, die die Lebensqualität erhöhen, vom städtischen Schwimmbad bis zum Bauernmarkt? Diesen Fragen geht das Buch «The Monocle Guide to Building ­Better Cities» nach.

Am Beispiel von 20 hand­verlesenen Städten, darunter auch Zürich, sollen die Komponenten, die eine Stadt zu einer Stadt für alle ­machen, ergründet werden. In einem Kapitel geben 20 Experten dazu in kurzen Essays ihre Meinung wieder. Dabei geht es weniger um Planungsansätze, Reglements oder Bedürfnis­analysen als vielmehr um Ideen. Die Skala der Betrachtungen reicht von ganz kleinen und individuellen Aktionen – wie zum Beispiel der, ein paar Pflanzen vor die Tür in den öffentlichen Bereich zu stellen – bis hin zu Projekten des Wohnungsbaus oder kulturellen ­Eigenheiten.

In ­insgesamt elf Kapiteln kommen so unterschiedliche Themen wie der öffentliche Nah­verkehr, «Urban heroes», das Wohn- und Arbeitsumfeld, Regeln für ein angenehmes Stadtleben und Geschichten aus den Heimatstädten der Monocle-Redaktoren/-innen zur Sprache. Die Komplexität, die im ­Planungs- und auch Lebensalltag auf die durchschnittliche Archi­tekten- und Bewohnerschaft trifft, wird in diesem Kontext nicht dar­gestellt. Hier geht es eher um eine Sammlung positiver Bilder und ­Ideen, die als Katalysator für neue Einfälle zu gebrauchen sind.  

Zürich wird mit der Überschrift «Making a splash» eingeführt. Bevor es jedoch um die Vorzüge geht, die Zürich zu einer lebenswerten Stadt machen, setzt der Autor Zürich und Bern in Vergleich, und natürlich zieht Bern hier den Kürzeren: Zürich habe alle Voraussetzungen für eine Bundesstadt, dennoch komme diese Ehre dem kleinen, nahe gelegenen Bern zu. «And who would pick Bern when you could be living in Zürich?» Kein Satz könnte die Schweizer Eigenart, seinem (Stadt-)Nachbarn die Butter auf dem Brot nicht zu gönnen, besser darstellen. Und dies, obwohl weder Zürich noch eine der anderen Städte es nötig hätte, sich zu profilieren. Denn jede glänzt mit ihren eigenen Vorzügen. Diese werden für Zürich dann auch mit seiner kosmopoli­ti­schen Atmosphäre, mit seinen Ge­wässern und dem grossen kulturellen Angebot treffend dargestellt.

Verlässlich liefert der Verlag auch in diesem Fall einen besonders schön gestalteten Bildband. Einfach Spass macht die Aufmachung mit lässigen Grafiken und einem Wortschatz, der die Leser im Englischen wieder à jour bringt.
 

Angaben zur Publikation
Andrew Tuck (Hrsg.), The Monocle Guide to Building Better Cities.
Gestalten, Berlin 2018. 338 Seiten, vollfarbig, Hardcover Leinen, 20,8 × 27,4 × 3,2 cm, Englisch, ISBN 978-3-89955-503-5, Fr. 61.–

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