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Internationale Konferenz zu Gestaltung und Technologie der Gebäudehülle am Institut für Baukonstruktion der TU Graz

2050 werden 75% der Menschen auf unserem Planeten in Städten leben. Dabei tragen städtische Gebiete schon heute bis zu 75% der jährlichen Co2-Produktion bei. Aber was sind eigentlich Städte? Letztlich eine Ansammlung unterschiedlichtser Gebäudehüllen.

Data di pubblicazione
27-06-2012
Revision
01-09-2015

Der Eröffnungsredner, Oliver Engelhardt, brachte die grundlegende Fragen, die die Gestaltung von Fassaden heute bestimmen muss, gleich zu Beginn der zweitägigen, interdisziplinär besetzten Veranstaltung auf den Punkt. Welchen Einfluss eine zukunftsweisende, überlegte Gestaltung dieser Hüllen haben kann, diskutierten im Anschluss Architektinnen, Klimaingenieure, Tragwerksplanerinnen und Materialtechniker anhand unterschiedlicher Aspekte in einzelnen Workshops. Die Vorträge und knappen Feedbackrunden zu Themen wie dem Einsatz flexibler Strukturen oder neuer Materialien, dem Lebenszyklus von Bauteilen und Gebäuden oder der Sanierung bestehender Fassaden schnitten dabei die ganze Bandbreite des Themas an. Neben Forschungsprojekten wurden auch konkrete Planungen vorgestellt. So etwa die Fassadenkonstruktion für den Neubau des 178 Meter hohen Verwaltunsgebäudes von Hoffmann La Roche in Basel, Architekten Herzog & deMeuron, dass sich momentan in Planung befindet.
Angesichts der Fülle der gebotenen Informationen konnten sich die Teilnehmer über den aktuellem Stand der Entwicklungen und Forschung umfassend informieren. Für vertiefende Gespräche blieb jedoch oft zu wenig Zeit. Ein abschliessendes Podium, dass die wesentlichen Punkte hätte zusammen bringen können, fehlte auf der Agenda. Fragen, wie etwa die der Recyclefähigkeit oder gar Nachhaltigkeit von Gebäudehüllen mit Dreifachverglasung und Edelgasfüllung, blieben unbeantwortet. Dennoch, die Diskussion über die Fachdisziplinen hinweg hat Potenzial. Vielversprechende Projekte, wie ein Forschungsprojekt an der TU Darmstadt, bei dem ein Team, zusammengesetzt aus fünf Disziplinen – von Architekten über Bauingenieurinnen und Materialtechniker bis hin zu Wirtschaftswissenschaftlerinnen – ein Plusenergie-Wohngebäude entwickelt, das zur Verdichtung in Einfamilienhausgebieten geplant, die Siedlungen gleich mit Strom versorgen kann, machen neugierg und weisen mit der Bündelung der Fachkompetenzen den richtigen Weg. Das sich die Mühe des Austauschs lohnen kann, das interdisziplinäre Teams, die von Planungsbeginn an zusammenarbeiten, die reflektierteren und – so die These eines weiteren Referenten – auch nachhaltigeren, weil durchdachteren Ergebnisse liefern können, scheint angesichts solcher Projekte selbstverständlich, ist es aber – noch – nicht. Vor diesem Hintergrund darf man auf weitere Veranstaltungen dieser Art hoffen.