Ur­ban Mi­ning and Re­cy­cling Unit, Empa NEST, Dü­ben­dorf ZH

Date de publication
08-11-2018
Revision
03-12-2018

Der ökologische Kreislauf ist ein wichtiges Denkmodell im nachhaltigen Bauen. Aber welche Baustoffe und Konstruk­tio­nen eignen sich heute schon für ein ­vollständig rezyklierbares Gebäude? Das­ ­Forschungszentrum Empa NEST ist um ein Anschauungsobjekt ergänzt worden. Die pavillonartige, einstöckige Wohneinheit setzt sich aus komplett rückbaufähigen sowie wieder- und weiterverwend­baren Baumaterialien zusammen. Hülle und Inneneinrichtung sind vornehmlich mineralischer und organischer Herkunft. 

Die Hauptstruktur besteht aus einer Holzkonstruktion mit Pfosten und Riegeln; die vorfabrizierten Elemente wurden als Ganzes in das NEST-Betonskelett auf der 2. Etage eingeschoben und re­versibel eingehängt. Der Rohstoff, Fichte, stammt aus vorarlberger Wäldern. Die Bodenbretter und die Möbel sind aus Eschenholz ge­fertigt und wurden einzig mit Leinöl be­handelt. Die Herkunft der verwendeten Baumaterialien ist vor Ort und auf der Projektwebseite dokumentiert. 

Der ökologische Stand der Baukunde ist im Holzbau weit fortgeschritten. Wie das Recyclingmodul nun aber beweist, ist das Optimum noch nicht ausgereizt: Die Anforderungen an reversible Kon­struk­tionsvarianten und den Einbau von unbehandelten, lösungsmittelarmen Baumaterialien sind im Forschungs­projekt weit strenger als für ein Gebäude mit Ökozertifikat. So war auf jegliche ­Beschichtungen und Leimstoffe zu ver­zichten. Die Holzhülle ist mit ihrerseits re­zyk­lierbaren PE-Bahnen luftdicht ein­gepackt. Ein letzter Knackpunkt war der schadlose Rückbau der Verbindungsstellen: Nicht einmal Nägel waren erlaubt; stattdessen ist die Holzkonstruk­tion ­reversibel gesteckt und verschraubt. Bis in fünf Jahren die Demontage und das Recycling erfolgen, dient das Modul, eine 3 1/2-Zimmer-­Wohnung, nun als Unterkunft für Stu­dierende.

Weitere Infos:
www.nest-umar.net
www.kaufmannzimmerei.at/projekt/nest-experimentaleinheit-urban-mining-recycling-duebendorf


Am Bau Beteiligte

Bauherrschaft
Empa, Dübendorf

Konzeption Entwurf
W. Sobek, D. Hebel, F. Heisel, Stuttgart und Karlsruhe

Statik und GU
Kaufmann Zimmerei, Reuthe (A)

Bauphysik
Weber Energie und Bauphysik, Schaffhausen

Holz und Konstruktionsart
modular und vorfabriziert

Material
Fichte, Esche, Abfallzellulose, mineral. Bauschutt, Recyclingglas, Kupfer, Wasserhyazinthe u. a. 


Daten
Übernahme durch W. Sobek Group: Februar 2018 


Kosten
Keine Angabe


Der Artikel ist erschienen im  Sonderheft «Stadt aus Holz IV – Megatrends als treibende Kräfte», ein Projekt im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und in Zusammenarbeit mit Wüest Partner. Weitere Artikel zum Thema Holz haben wir in einem E-Dossier zusammengestellt.

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