Die Schweiz 2050

Editorial

Judit Solt Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Redaktor TEC21

Vor zwei Jahren lancierte der SIA das Projekt «Die Schweiz 2050»: Akteure aller seiner Berufsgruppen sollen – gemeinsam mit weiteren Fachleuten und Partnern – eine ganzheitliche Entwicklungsstrategie für die Schweiz entwerfen. Laufen soll das Projekt bis 2020, es ist also nicht einmal Halbzeit; die Hauptarbeit bleibt zu tun. Warum jetzt darüber berichten?
Da ist zum einen die politische Aktualität: Am 21. Mai 2017 entscheidet das Stimmvolk über das revidierte Energiegesetz. Wie auch immer das Ergebnis ausfällt, es wird einschneidende Folgen für unseren gebauten Lebensraum haben. Denn Hochbauten und Infrastruktur – Energieanlagen, Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen, Verkehrsnetze – bedingen sich gegenseitig. Und gerade die Infrastruktur ist eine wichtige Basis unseres Wohlstands. Ihr Wiederbeschaffungswert beträgt ca. 2500 Milliarden, die jährlichen Investitionen über 60 Milliarden Franken. Wenn sie für eine wachsende Bevölkerung ausgebaut werden soll, lohnt es sich, frühzeitig übergeordnete Ziele zu formulieren. Genau das ist Sinn und Zweck des SIA-Projekts.
Zum anderen darf bei dieser Selbstreflexion, und sei sie noch so visionär, nicht vergessen gehen, dass die Schweiz ein sehr kleines Land in einer sehr bewegten Welt ist. Globale Entwicklungen wie die Bevölkerungsexplosion oder der Klimawandel prägen das Land schon heute. Die Schweiz kann solche Realitäten nicht aufhalten, aber vielleicht als privilegiertes «Labor» neue Ideen für eine nachhaltigere Welt testen. Auf jeden Fall muss sie, wenn sie ihre Zukunft plant, den Rest der Menschheit berücksichtigen.
Um darüber nachzudenken, ist es nie zu früh.

 

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