Wo­mit prägt Adolf Kri­scha­nitz die Schweiz

Editorial espazium magazin 11/2026

Publikationsdatum
29-05-2026

Im Sommer 2025 las ich davon, dass der Vorlass von Adolf Krischanitz an verschiedene Archive (AZW, MAK, gta Archiv der ETH Zürich und Archiv der Zeitgenossen Krems) verteilt werde und das Werk des österreichischen Architekten ab jetzt erforscht werden könne. Er hatte in Wien Architektur studiert, wo er Mitbegründer der Gruppe Missing Link war und seit 1979 als Architekt mit weiteren Büros in Zürich und Berlin praktizierte. 

1992 berief ihn die Universität der Künste in Berlin zum Professor für Stadterneuerung. 

Unwillkürlich stellte ich mir die Frage: «Womit prägt Adolf Krischanitz die Schweiz?» Da ich in seinem Zürcher Büro gearbeitet und in Berlin bei ihm studiert hatte, konnte ich die Frage zum Teil beantworten: Als erstes Schweizer Projekt realisierte er im Jahr 2000 zusammen mit Hermann Czéch das Interieur im Swiss Re Centre for Global Dialogue Rüschlikon. 

Es folgten das Museum Rietberg in Zürich zusammen mit Alfred Grazioli, ein Laborgebäude auf dem Novartis Campus in Basel, die Wohnbebauung Limmatfeld in Dietikon, der Superblock in Winterthur und für die Zurich Insurance Group der Hauptsitz am Mythenquai in Zürich. 

Zudem war er von 2006 bis 2020 im Baukollegium der Stadt Zürich und entwickelte zusammen mit Diener und Diener und Meili Peter das städtebauliche Leitbild für die Greencity – damals noch Manegg-Areal. 2017 zeigte er seine Ausstellung «Inventar» im Architekturforum Zürich. 

Doch Adolf Krischanitz ist in der Schweiz als Vertreter seiner Generation viel weniger bekannt als in seiner Heimat Österreich, obwohl er hier einige wichtige Gebäude realisierte und aktiver Teil der Architekturgemeinschaft war. Darum interessierte es mich, bei seinen Schweizer Freunden und Wegbegleiterinnen nachzuforschen, wie ihre Antwort auf meine Frage ausfallen würde. 

Mit dieser Ausgabe von espazium magazin ist eine Retrospektive zu seinem Wirken in der Schweiz entstanden, die über das Gebaute hinausschaut und pünktlich zu seinem 80. Geburtstag erscheint. Happy Birthday Adolf Krischanitz!

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