Was ist er­kenn­bar?

Studio | Stadt | Region aus München hat in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen University ermittelt, wie sich die Projekte und Prozesse der IBA Basel auf das Zusammenwachsen der trinationalen Region auswirken.

Publikationsdatum
08-01-2020
Prof. Dr. Agnes Förster
Architektin, Stadtplanerin DASL, Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung, RWTH Aachen University und Partnerin von Studio | Stadt | Region, München

Mit dem Format einer Internationalen Bauausstellung (IBA) geht ein hoher Anspruch einher. In einem exemplarischen Raum soll ein international relevantes Thema bearbeitet werden, das über die Entwicklung exzellenter Projekte einen Paradigmenwechsel anstösst und damit in zehn Jahren zu einer internationalen Sichtbarkeit gelangt.

Standen einst Städtebau und Architektur mit Bezug zu technologischen, sozialen und kulturellen Neuerungen im Mittelpunkt, so nimmt das Format spätestens seit der IBA Emscher Park1 auch umfassendere Stadt- und Regionalentwicklungsprozesse in den Fokus. Dabei ist eine IBA kein geschütztes Label, sondern ein Innovationsprozess, den Akteure vor Ort ausrufen.

Die grenzüberschreitende Raumentwicklung ist in der Agglomeration Basel seit mehr als 60 Jahren ein Thema. In dieser Zeit haben sich in mehreren Etappen über drei Ländergrenzen, davon zwei EU-Aussengrenzen, hinweg Strukturen und Prozesse der Koordination entwickelt. Mit der IBA Basel 2020 wurde ein temporäres Format geschaffen, um die räumliche Entwicklung auf eine nächste Stufe zu heben.

Die Ausgangslage war geprägt durch heterogene Partner, kulturelle Grenzen und Differenzen zwischen Kernstadt, Agglomeration und Land, wodurch Bedürfnisse und Ansprüche an die IBA weit streuten. Mit dem Ausrufen der IBA wurde der Fokus auf die Entwicklung der Region durch konkrete Projekte gelegt, um damit sowohl vorzeigbare räumliche Ergebnisse zu schaffen als auch im Projektmodus neue Partnerschaften und abgestimmte Planungsprozesse über die Grenzen hinweg zu entwickeln.

Wirkungsanalyse zum Abschluss der IBA

Wenn nun am Ende des Prozesses nach den Ergebnissen und Wirkungen der IBA Basel gefragt wird, muss sie im Kontext der längerfristigen Entwicklung der grenzüberschreitenden Agglomeration betrachtet werden. Rückblick und Ausblick hängen dabei eng zusammen. Die IBA-Geschäftsstelle und das Amt für Raumentwicklung (ARE) des Schweizerischen Bundes beauftragten eine Wirkungsanalyse.

Diese stützt sich auf die Selbsteinschätzung derjenigen, die an den IBA-Projekten beteiligt waren – eingefangen über einen Methodenmix aus quantitativer Befragung, vertiefenden Diskussionen in Fokusgruppen und begleitenden Interviews. Die Reflexion des bisher Erreichten soll eine Grundlage für die Inhalte und Botschaften im Ausstellungsjahr schaffen und Perspektiven für die Post-IBA-Phase eröffnen.

Die ausführliche Version dieses Artikels ist erschienen in TEC21  1–2/2020 «Basel 2020 – die andere IBA».