Vom Villengarten zum Stadtpark
Massnahmen zur Hitzeminderung: Die Sanierung und Erweiterung des Parks der Villa Costanza in Lugano bot die Gelegenheit für eine historische Aufwertung, eine ökologische Sanierung und eine soziale Wiederbelebung des Quartiers. Ein zentraler Eingriff von De Molfetta Strode Landscape Architects erhöht die Durchlässigkeit des Bodens.
Die Stadt verband zwei bestehende Grundstücke und schuf so neue Durchgangs- und Aufenthaltsbereiche. Der obere Bereich ist geprägt von Stützmauern aus Ziegeln und Sitzgelegenheiten aus Holz, die das Muster der Ziegel aufnehmen, und bietet Raum für Veranstaltungen im Freien. Hainbuchen gewähren den Vögeln Schutz zu jeder Jahreszeit.
Vom höchsten …
Ausserdem befindet sich direkt neben der Villa Costanza die Fontana dei Fossili, ein ovales Wasserbecken. Mit ihrem Rand aus horizontal versetzten Ziegeln und der inneren Verkleidung aus dunklen Fliesen reflektiert sie je nach Perspektive die Vegetation, den Himmel oder die Villa.
Im schattigeren Bereich auf der unteren Ebene befinden sich ein Spielplatz und eine Terrasse, in deren Mitte ein Brunnen – als Tränke konzipiert – und eine grosse Pergola stehen. Deren Konstruktion besteht aus Stützen aus Ziegeln, Primärträgern aus Stahl und darüberliegenden Holzbalken. Darunter findet ein grosser Tisch Platz, der aus einem einzigen Zedernstamm geschnitten wurde.
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Die zentrale Lichtung ist zur Förderung der Artenvielfalt als Blumenwiese angelegt. Am Rande der Lichtung befindet sich ein Bereich für Gemüsegärten mit einem System aus erhöhten Beeten mit Pergolen, Kompostbehältern, Brunnen, Bänken und Schränken zur Aufbewahrung von Werkzeugen.
… bis zum tiefsten Punkt
Die Piazza delle Nuvole, der Wolkenplatz, befindet sich am südlichen Eingang auf der gegenüberliegenden Seite der Villa und somit am tiefsten Punkt des Parks. Sie eröffnet den Park mit drei Versickerungsmulden, die von Bäumen und Sträuchern umgeben sind und in denen sich das überschüssige Oberflächenwasser sammelt.
Ein zusammenhängendes System zur Ableitung des Oberflächenwassers und zur Versickerung des Regenwassers erhöht die Durchlässigkeit des Bodens. Die Sammlung, Rückhaltung und Versickerung erfolgt über eine Reihe von Regengärten, die – mit Ausnahme der Stromleitungen für die öffentliche Beleuchtung – den Einbau von Kunststoffrohren überflüssig machen.
De Molfetta Strode Landscape Architects reduzierten die mit Rasenflächen bedeckten Flächen auf ein Minimum und beschränkten sich auf die Bereiche, die für Spiel und Begegnung vorgesehen sind. Sie bepflanzten den Park grosszügig mit Bäumen, Sträuchern und Bodendeckern, wodurch die Biodiversität erhöht und die Betriebs- und Unterhaltskosten gesenkt werden konnten.
➔ Dieser Artikel ist erschienen in espazium magazin 02/2026 «Was macht das Tessin anders?». Der Originalartikel «Da giardino della villa a parco di quartiere» ist in Archi 5/2024 erschienen und wurde von der Redaktion von espazium magazin ins Deutsche übersetzt und gekürzt.
Sanierung und Erweiterung des Parks der Villa Costanza, Lugano TI
Bauherrschaft
Città di Lugano, DSU Verde pubblico
Architektur und Landschaftsarchitektur:
De Molfetta Strode Landscape Architects, Lugano
Bauingenieurwesen
ARPA Engineering, Lugano
Baumeisterarbeiten
Taddei, Lugano
Elektroarbeiten
Borioli Elettricità, Lugano
Lichttechnik
Guzzini illuminazione, Recanati (I)
Projekt 2018-2020
Realisierung 2021-2022