Gut ge­sä­ter Sa­men

Ersatzneubau MFH «Tannzapfen», Zürich

Publikationsdatum
12-07-2023

Man mag von der Aufruhr, die das Fällen einer 70-jährigen, aber gemäss Gutachten stammbeschädigten Hänge-Buche im Zentrum von Zürich-Witikon auslöste, halten was man will. Mit dem «Tannzapfen» wurde an dieser Stelle mittels baulicher Verdichtung, dauerhafter Konstruktionsweise und Verwendung ressourcenschonender Baustoffe jedenfalls ein Samen im Sinne einer nachhaltigen Quartierarchitektur gesät. Abgesehen von der namensgebenden Anordnung der insgesamt 14 Wohnungen, ist es die helle, im doppelten, halbversetzten Läuferverband ausgeführte Sichtbacksteinfassade, die den Neubau vertikal gliedert und in der Aussenwahrnehmung prägt. Durch eine mit Detailsinn gestaltete Längswand und die darunterliegende Sitzbank im Eingangsbereich setzt der Baustoff auch im Innern des Gebäudes Akzente. Äusserlich nicht erkennbar ist dessen reduzierender Einfluss auf den anthropogenen Treibhauseffekt: Sämtliche Steine wurden nämlich mit CO2-neutralem Biogas gebrannt.

Dieser Artikel ist erschienen in «Fassaden | Façades | Facciate 2023 – Nachhaltige Ansätze».

Weitere Beiträge zum Thema finden Sie in unserem digitalen Dossier.

Ersatzneubau MFH «Tannzapfen», Zürich

 

Bauherr
Dr. Thomas Rechsteiner, Zürich

 

Architektur
JOM Architekten, Zürich

 

Baumanagement
Meili Partner, Zürich

 

Tragkonstruktion
Henauer Gugler, Zürich

 

Fassadenbau
Meli Sichtmauerwerk, Schwyz

 

Backsteinhersteller
Ziegelei Schumacher, Gisikon

 

HLKS-Planung
Fritz Gloor, Wetzikon

 

Bauphysik
Michael Wichser + Partner, Dübendorf

 

Elektroplanung
Gutknecht Elektroplanung, Au

 

Gartenbau
Widmer Gartenbau, Zollikon

 

Facts & Figures

 

Projektierung
2018–2022

 

Fertigstellung
2023

 

Volumen (SIA 416)
6027 m3

 

Grundfläche
366 m2

 

Baukosten
6.38 Mio. CHF

 

Photovoltaik
44 Hochleistungsmodule, monokristallin, auf Unterkonstruktion für Dachbegrünung; 18.26 kWp

 

Energiestandard
Minergie-P zertifiziert, geplant und gebaut mit ECO-Materialien