Öffentliche Räume: Wie kommt die Natur auf den Platz?
Editorial espazium magazin 13/2026
Der öffentliche Raum ist ein ganz besonderes Pflaster, über das gerne und viel diskutiert wird. Spätestens in dem Moment, in dem eine Veränderung ansteht: Welche Bedürfnisse finden Gehör, welche neuen Anforderungen kommen hinzu, welche bisherigen Nutzungen müssen sich neu behaupten? Er ist dabei immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, die ihn prägt, nutzt und verhandelt. Der Frage der Bedeutung des öffentlichen Raums für eine demokratische Gesellschaft nimmt sich auch der Verein Open Square an, der am kommenden Sonntag, 28. Juni 2026, wieder schweizweit den Tag des öffentlichen Raums organisiert.
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Seit einigen Jahren nimmt die Frage des Grüns eine zentrale Rolle in diesen Debatten ein. Im Zuge der Erkenntnis, dass die zunehmende Hitze in den Städten nicht nur unangenehm, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ist, wird die Begrünung und Abkühlung von öffentlichen Plätzen und Strassen zu einem Anliegen, das sogar angestammte Nutzungen in Frage stellen darf.
Umso erstaunlicher, dass in Genf die Idee eines grünen Netzwerks bald hundert Jahre alt wird. Man soll die ganze Stadt fussläufig im Grünen durchqueren können. Von einer Umsetzung des Masterplans aus den 1930er-Jahren kann zwar noch nicht die Rede sein, aber fünf Umgestaltungen zeigen, wie durch gezielte Eingriffe mehr Aufenthaltsqualität entstehen kann.
Für die Biologin Tina Heger steht die Beziehung zwischen Mensch und Natur im Zentrum ihrer Arbeit. Im Interview plädiert sie deshalb dafür, dass es auch in Städten überall Natur braucht, um mit ihr in den Dialog zu treten. Im Trialog hingegen finden im neuen Innenhof des Berner Kulturzentrums PROGR Architektur, Landschaftsarchitektur und Kunst zusammen. Ende Mai eröffnet, entstand ein lebendiger und grüner Hof mit einem Pavillon als Zentrum. So unterschiedlich jeder einzelne öffentliche Raum ist, so wunderschön vielfältig sind auch die Orte, die entstehen, wenn für das Wohlbefinden der Menschen gestaltet wird.