Di­al­ma Ja­kob Bän­zi­ger (1927–2022)

Der Schweizer Brückenbauer Dialma Jakob Bänziger ist am 13. Juli im Alter von 94 Jahren gestorben. Für Bänziger war seine Tätigkeit «der schönste Beruf, den es gibt»1.

Publikationsdatum
18-07-2022

Dialma Jakob Bänziger wurde am 14. September 1927 in Vnà GR geboren und wuchs im Puschlav, in Buchs SG und im Fürstentum Liechtenstein auf. Er studierte Bauingenieurwesen an der ETH Zürich, wo er 1951 mit dem Diplom abschloss. In seinem langen Berufsleben – 1962 gründete er das Ingenieurbüro Bänziger Partner – projektierte er rund 500 Brücken, die sich oft durch technische Neuentwicklungen auszeichneten.

2017 sprach TEC21-Korrespondentin Clementine Hegner van Rooden anlässlich seines 90. Geburtstags persönlich mit Dialma Jakob Bänziger. Er erklärte damals: «Damit wir Wettbewerbe gewinnen konnten, mussten wir immer wieder etwas Neues, eine Innovation einbringen. Zwar legen die Jurierenden ihr Augenmerk – auch heute noch zu oft – auf den Preis. Ihnen scheint dies das wichtigste Kriterium. Dem ist aber nicht so. Der Preis ist nicht der ausschlaggebende Punkt eines guten Brückenprojekts. Vielmehr ist es der Bauvorgang der Brücke. Bei jedem Projekt sprach ich mit Unternehmen und fragte sie, wie sie die Brücke bauen würden, die ich entworfen hatte. Mit den Firmen Preiswerk und Spaltenstein Hoch- und Tiefbau arbeitete ich oft zusammen. Hatten wir eine gute Idee wie den Freivorbau oder den feldweisen Bau, bei der man immer wieder gleiche Elemente verwendete, so waren wir auf dem richtigen Weg für einen guten Brückenentwurf. Der Bauprozess war das Allerwichtigste – und ist es auch heute noch.»

Neben seiner praktischen Tätigkeit war Bänziger auch ein emsiger Schreiber, wie die zahlreichen von ihm verfassten Artikel zu seinen Projekten in der «Schweizerischen Bauzeitung» beweisen. TEC21 widmete Dialma J. Bänziger und seinem aussergewöhnlichen Werk im Mai diesen Jahres eine Ausgabe.

TEC21 16/2022

  • Reflexion an eigenen Bauten Daniela Dietsche, Clementine Hegner-van Rooden
    Zahlreiche Schweizer Brücken haben die Erhaltungsphase erreicht. Treffen die Ingenieure und Ingenieurinnen auf Projekte ihrer Firmengründer, können sie von intern archiviertem Wissen profitieren.
     
  • Weitblick und GespürDaniela Dietsche, Clementine Hegner-van Rooden
    Vier Wegbegleiter des Bauingenieurs Dialma Jakob Bänziger erzählen von vier besonderen Brücken: von deren Projektierung und Bau – und von heute anstehenden Instandsetzungsarbeiten.

 

Alle Texte, die Dialma Jakob Bänziger für die «Schweizerische Bauzeitung» verfasste sind hier als PDF verfügbar (Bitte «Download» anklicken).

Anmerkung

1 Vorwort von Albert Köppel in: Dialma Jakob Bänziger, Brückenbau 1960–2005, Gesellschaft für Ingenieurbaukunst, ETH Zürich; Theiler Druck, Wollerau 2009.

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