BIM: Fik­ti­on, Pio­nie­re und All­tag

Editorial TEC21 32–33–34/2019

Publikationsdatum
22-08-2019

In seinen Romanen «De la Terre à la Lune» und «Autour de la Lune» mutmasste Jules Verne in den 1860er- und 1870er-Jahren über die dereinstigen Möglichkeiten der modernen Raumfahrt. Es dauerte nur knapp hundert Jahre, bis seine Fiktion in den gross angelegten sowjetischen und amerikanischen Raumfahrtprogrammen ihre Entsprechung fand. Am 20. Juli 1969 setzte die Landefähre der NASA auf der Mondoberfläche auf: «The Eagle has landed.»

Die verblüffend getreue Umsetzung von Vernes Gedan­kenexperiment be­nötigte also lediglich rund drei Generationen wissenschaftlichen Treibens, Pioniergeist und die zum Verprass stehenden Mittel des Kalten Kriegs. Allein mit wissenschaftlicher Arbeit und ent­sprechenden finanziellen Ressourcen – Letztere sind als Gunst der Politik oder Privatwirtschaft oftmals eh nur eine willkürliche Zeiterscheinung – hätte das Vorhaben wohl kaum umgesetzt ­werden können. Pioniergeist ist also zentral.

Das gilt auch für die Anwendung digitaler Technologien. Während zahlreiche Planer und ­Unternehmer ihre digitalen Fähigkeiten bereits markt­reif anbieten, üben sich institutionelle ­Auftraggeber teilweise – trotz politischem Willen – noch in Zurückhaltung. Glücklicherweise tun sich aber auch hier Pioniere hervor. Das schafft Zuversicht, dass es ­kei­ne hundert Jahre dauern wird, die eidgenössischen Digitalisierungsziele zu verwirklichen.

Weitere Infos zu dieser Ausgabe finden sich hier.

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