Von der Kunstgewerbe- zur Berufsschule

Buchbesprechung

«Schuhfabrik» und «Modewitz» sind nur zwei der Übernamen, mit denen der damals als revolutionär empfundene Neubau für die Gewerbeschu­le und das Kunstgewerbemuseum bedacht wurde. Heute gilt das grosszügige Gebäude als eine der wenigen Ikonen des Neuen Bauens in Zürich. Der Schultrakt ist mit seinem Flachdach und den Rasterfassaden der Inbegriff eines modernen «Labo­ratoriums für die Industrie», in dem grosse Lehrer der angewandten Kunst wie Alfred Altherr, Johannes Itten, Hans Finsler, Willy Guhl oder Josef Müller-Brockmann Genera­tionen von Gestaltern und Foto­grafen prägten.

Mit einer raffinierten Re-Restaurierung und einigen neuar­tigen Detaillösungen adaptierten die Architekten Silvio Schmed und Arthur Rüegg 2016/17 den ehemaligen Sitz der legendären Zürcher Kunsthochschule an die heutigen Bedürfnisse der Allgemeinen Be­rufsschule Zürich ABZ. Diese Baumonografie gibt Einblick in die proto­typischen Probleme, die bei der Anpassung an aktuelle Standards zu lösen sind, stellt das Bauwerk aus der Sicht der Denkmalpflege in seinen historischen Dimensionen dar und zeichnet ein anschauliches Bild des bisherigen und des zukünftigen Lebens in diesem herausragenden Zeugen der Moderne. Der Beitrag des Kunsthistorikers Leza Dosch macht die spannende Geschichte von Institution und Bau erlebbar.

Angaben zur Publikation
Arthur Rüegg, Silvio Schmed (Hrsg.): Kunst-Gewerbeschule Zürich. Re-Restaurierung und Umbau für die Allgemeine Berufsschule Zürich ABZ. Scheidegger & Spiess, Zürich 2018. 80 S., zahl­reiche ­Abbil­dungen, 23×28 cm, Hardcover, ISBN 978-3-85881-569-9, ­Fr. 39.–

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