Natur oder Nähe

Projektwettbewerb Gesamtsanierung Schulanlage Vorstadt, Solothurn

Die Schulanlage Vorstadt in Solothurn soll instand gesetzt und erweitert werden. Die ARGE wahlirüefli, rollimarchini architekten gewann den Wettbewerb mit einem Neubau, der sich trotz seiner Grösse in den Baumbestand des Schulparks einfügt und alle neuen Nutzungen unter einem Dach vereint.

Tina Cieslik Architektur/ Innenarchitektur, Redaktorin TEC21

Das Schulhaus von 1950 im Süden von Solothurn ist ein Entwurf der Architektengemeinschaft Heinz Niggli / Walthard-Hoeschele-Doench. Als typischer Vertreter seiner Zeit bettet sich der ein- bis zweigeschossige, L-förmige Pavillonbau in einen grosszügigen Park am rechten Aareufer. Die Aufgabe des im Januar 2018 ausgeschriebenen Wettbewerbs bestand neben der Instandsetzung des Altbaus gemäss denkmalpflegerischen Kriterien in einer räumlichen Erweiterung. Zwei Kindergärten sollen auf dem Gelände Platz finden sowie Bereiche für die Tages- und die Musikschule – möglichst in räumlicher Nähe zum Schulhaus, aber ohne den Baumbestand zu ­tangieren. Zehn Büros sowie zwei ­Nachwuchsteams durften ihre Projekte einreichen.

Die fünf rangierten Entwürfe zeigen alle variierende Lösungen an unterschiedlichen Orten: vom lang gestreckten Pavillon des Siegerprojekts «im schulpark» über den vierstöckigen Solitär «Mowgli» auf Rang 4 bis zum fünftplatzierten Vorschlag «Dipsy», den Neubau an den Verbindungstrakt zwischen Tagesschule und Turnhalle anzudocken.

Das Siegerprojekt  platziert den Neubau im Osten des Grundstücks neben der Turnhalle. In Analogie zum Schulhaus ist das Volumen leicht nach innen gedreht und öffnet sich so zu einem neuen, geschützten Aussenbereich in Erweiterung des bestehenden Pausenplatzes. Im Innern der eingeschossigen Holzkonstruktion sind drei Kindergärten aneinandergereiht, das Kopfende bilden Musikraum und Bibliothek. Galerien im Giebeldach ergänzen das Raumprogramm – summa summarum ein zurückhaltender Entwurf, dem der Spagat zwischen Respekt vor Landschaft und Bestand und einem eigenständigen architektonischen Ausdruck gelingt.

 

Weitere Pläne und Bilder finden Sie in der Rubrik Wettbewerbe.

 

Auszeichnungen

1. Rang, 1. Preis: «im schulpark»
ARGE wahlirüefli, rollimarchini architekten Biel / Bern; Hänggi Basler Landschaftsarchitektur, Bern
2. Rang, 2. Preis: «Fritz»
luna productions, Deitingen; bfb Management, Egerkingen; Naturgartenleben, Münchenbuchsee
3. Rang, 3. Preis: «Le bonheur est dans le pré»
Bienert Kintat Architekten, Zürich; Caretta + Weidmann Baumanagement, Zürich; graber allemann landschaftsarchitektur, Altendorf
4. Rang, 4. Preis: «Mowgli»
spaceshop Architekten, Biel; Weber + Brönnimann, Bern
5. Rang, 5. Preis: «Dipsy»
:mlzd, Biel; Anderegg Partner, Bellach; Kolb Landschaftsarchitektur, Zürich; Fürst Laffranchi Bauingenieure, Wolfwil

FachJury

Marie-Noëlle Adolph, Landschafts­architektektin, Meilen; Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt Solothurn; Silvio Ragaz, Architekt, Liebefeld (Vorsitz); Martin Stuber, Architekt, Olten; Lukas Reichmuth, Stadtbauamt Solothurn (Ersatz)

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