Roter Teppich für Ingenieure

«Building Award»-Verleihung in Luzern

Zum ersten Mal wurde der Building Award verliehen. Dieser Preis für herausragende Ingenieurleistungen soll nicht nur alle zwei Jahre den ausgezeichneten Projekten öffentliche Aufmerksamkseit sichern, sondern auch dem Nachwuchs zeigen, was die Berufswelt bietet.

Rudolf Heim Ingenieurwesen, Redaktor TEC21

Seit Jahren beklagen viele Ingenieure, ihre Tätigkeit sei in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent, mit der ­Folge, dass der Branche der Nachwuchs fehle. Wie schwierig es aber ist, eine Ingenieurleistung darzustellen, zeigt sich eindrücklich bei deren Visualisierung. Die «Stiftung bilding» hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistungen der Ingenieure für die Öffentlichkeit sichtbarer zu machen: Der von ihr initiierte Building Award wurde am 18. Juni in Luzern zum ersten Mal verliehen. 

In sieben Kategorien konnte man sich bewerben: «Hochbau», «Grund-, Tief- und Infra­strukturbau», «Industrie», «Energie», «Engineering/Gebäudetechnik», «Young Professionals» und «Schulen». Von den 41 eingereichten Projekten wurden 21 ausgewählt, die eine breit abgestützte Jury (in der auch TEC21 Einsitz hatte) vertiefter beurteilte. 

In der Kategorie «Hochbau» lagen die Nominationen dank ihrer Qualität, ihrer Innovation und ihren sehr unterschiedlichen Richtungen so nah beieinander, dass für die ­endgültige Wahl zwei Durch­gänge nötig waren. In der Kategorie «Industrie» hingegen wurde leider nur ein Projekt eingereicht, sodass hier auf eine Preisverleihung verzichtet werden musste. 

Auch wenn sämtliche Kategoriensieger sehr hohe Qualitäten und beachtliche innovative Ideen zu bieten hatten, so fiel die Wahl des Gesamtsiegers der Jury doch leicht, und sie war einstimmig. Zwar ist das Projekt vor allem im Untergrund angesiedelt und daher eher unsichtbar, es wird aber von Tausenden jeden Tag mit grossem Nutzen gebraucht: die Durchmesserlinie Zürich mit dem Bahnhof Löwenstrasse.

Das Ziel des Building Award ist die Förderung des Nachwuchses: einerseits durch die Integration der jungen Ingenieu­rinnen und Inge­nieure, andererseits durch das «Ab­holen» der Jüngsten in den unteren Schulstufen. Mit den Kategorien «Young Professionals» und «Schulen» ist dies bestens gelungen, auch wenn gerade bei diesen beiden Kategorien noch eine exaktere Fokussierung der Themen und Abgrenzungen notwendig sein wird. Durch die mediale Präsenz, die die Ingenieure mit diesem Award erreichen, ist ein grosser und guter Anfangsschritt getan. 
 

Stiftung Bilding
Schweizerische Stiftung zur Förderung des Ingenieurnachwuchses im Bauwesen, www.bilding.ch

Trägerschaft
usic – Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieur­unter­nehmungen, www.usic.ch; Fachverband INFRA – Branchen­organisation der im Infrastrukturbau tätigen Unternehmen, www.infra-schweiz.ch; SBV – Schweizerischer Baumeisterverband, www.baumeister.ch

Kategoriensieger 

Kategorie «Hochbau»: Hauptsitz des Int. Basketballverbands FIBA, Mies (2010––2013), Ingenieure: INGENI, Carouge, Architekt: Luscher Architekten, Lausanne
Kategorie «Grund-, Tief- und Infrastrukturbau»: Durchmesserlinie Zürich (2001––2015),
IG ZALO, Basler + Hofmann /  Pöyry Schweiz, Zürich (gleichzeitig auch Gesamtsieger)
Kategorie «Energie»: Energiezentrale Forsthaus (2004––2013), Ingenieure: TBF + Partner, Zürich, Architekt: Graber Pulver Architekten, Bern
Kategorie «Engineering/Gebäude­technik»: Neubau Swisscom Businesspark, Ittigen (2008––2013), ­Energiekonzept und Gebäudetechnik, HLKSE-GA und Licht­architektur: Ernst Basler + Partner, Zürich
Kategorie «Young Professionals»: Fiber in the Building (2007––2012), Ingenieure: HHM Zürich
Kategorie «Schulen»: KIDSinfo, Projektverfasserinnen: Schweizerische Vereinigung der Ingenieurinnen SVIN

Jury

René Hüsler, Direktor Hochschule Luzern (Jurypräsident); Adrian Altenburger, VR Amstein + Wal­thert, Zürich, Vizepräsident SIA; Daniel Büchel, Vizedirektor BFE, Leiter Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, Bern; Stefan Cadosch, Cadosch & Zimmermann Architekten ETH/SIA, Zürich, Präsident SIA; Thomas Fischer, Siemens Schweiz, Zürich, Leiter Bereich Building, Vorstand Gruppe der Schweiz. Gebäudetechnik­industrie; Mario Fontana, Professor am Institut für Baustatik und Kon­struktion, ETH Zürich; Patrick Hofer-Noser, Präsident Cleantech, Switzerland, Meyer Burger Technology, Thun; Walter Kaufmann, Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion, ETH Zürich; Gian-Luca Lardi, CEO CSC Impresa Costruzioni, Lugano, Zentralpräsident Schweiz. Baumeisterverband; Urs Rieder, Abteilungsleiter Gebäudetechnik, Hochschule Luzern, Horw; Markus Romani, Abteilungsleiter Bachelor Bau, Berner Fachhochschule, Burg­dorf; Judit Solt, dipl. Architektin ETH, Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21, Zürich; Peter Wellauer, Leiter Commercial Stakeholder Management, Holcim (Schweiz), Zürich

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