Deutscher Lichtdesign-Preis 2017

Mitte Mai wurden in Mannheim die Gewinner des Deutschen Lichtdesign-Preises 2017 bekannt gegeben. Vier der insgesamt 14 Auszeichnungen erhielt ein Schweizer Planungsbüro.

Petra Lasar freie Journalistin

Für die diesjährige Auslobung wurden überdurchschnittlich viele Projekte aus der Schweiz eingereicht. Die Arbeiten dreier Büros überzeugten die Jury bei der Vorauswahl der insgesamt etwa 120 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (vgl. «Die Nominierten»).

Auf der Shortlist standen das Museum Judengasse in Frankfurt von der Mati AG, der Roche Bau 67 in Basel von hübschergestaltet sowie vier Projekte der Reflexion AG. Mit Ausnahme des Bergrestaurants Madrisahof in Klosters Dorf, das sich in der Kategorie Hotel/Restaurant nicht gegen die Beleuchtung der Lobby im berühmten Hotel Adlon in Berlin durchsetzen konnte, wurden die Zürcher Planer für die anderen drei Beleuchtungskonzepte mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis 2017 ausgezeichnet. Zusätzlich darf sich Reflexion bis zur nächsten Preisverleihung im Mai 2018 mit dem Jurypreis «Lichtdesigner des Jahres» schmücken.

Drei Schweizer Projekte im Rampenlicht

Im Rampenlicht standen die Schweizerische Nationalbank, die St. Jodern Kellerei in Visperterminen und die Collection Lambert in Avignon. Das von den Gebrüdern Pfister zwischen 1919 und 1922 erbaute, unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Schweizerischen Nationalbank gewann mit seiner Weihnachtsbeleuchtung in der Kategorie «Event». Zu dem hohen Fest setzte Reflexion der ganzjährig ohne Lichtverschmutzung beleuchteten Fassade den Abschluss einer Krone auf. Zwischen die Sandsteinkuben des Frieses platzierten die Planer mit unterschiedlich grossen Swarovski-Steinen gefüllte Zylinder. «Eine Festbeleuchtung ganz ohne die sonst übliche Effekthascherei», lautet das Jury-Urteil. «Die sehr genau auf Architektur und Umfeld angepasste, temporäre Beleuchtung ist eine sehr gut umgesetzte Weihnachtsbeleuchtung mit schweizerischem Understatement.»

Mit schweizerischem Understatement überzeugte auch das von Einfachheit und Prägnanz zeugende Beleuchtungskonzept für den dreigeschossigen Erweiterungsbau der St. Jodern Kellerei (Kategorie Shop). Für das markante Gewölbe des Barrique-Kellers entwickelte Reflexion Pendelleuchten, deren massive, gegossene Glasabdeckungen an edle Weinflaschen erinnern. Im Aussenraum lässt der schmale Schein kleinerer Glaswürfel die filigrane Struktur der Fassade bis weit ins Tal sichtbar erstrahlen.

Auch in der Kategorie «Internationales Projekt» konnte sich Reflexion mit seinem Tages-/ Kunstlichtkonzept, das in enger Zusammenarbeit mit Berger & Berger architectes entwickelt wurde, gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Filigrane Lichtlinien an den Decken führen Bestands- und Erweiterungsbauten optisch zusammen. Im neuen Atrium zeichnen auf die Betondecke aufgebrachte Kaltkathoden-Röhren einen oberhalb des Treppenaufgangs befindlichen, vier Meter messenden Okulus spiralartig nach. Der neu errichtete, etwa sechs Meter hohe Saal im Innenhof des zur Museumserweiterung umgenutzten Hôtel de Montfaucon erhielt eine Tageslichtdecke, durch die kein direktes Sonnenlicht auf die Exponate gelangt. «Die Museumsbeleuchtung erfüllt die Anforderungen des Konservators wie des Ausstellungsplaners und bringt dabei auch den Bestandsbau und die Erweiterung gestalterisch so zusammen, dass der Besucher sich ganz auf die Exponate konzentrieren kann», lautete das Urteil der Jury.

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