Bye-bye TEC21!

Alles wandelt sich, auch diese Zeitschrift: Ab 2026 heisst sie nicht mehr TEC21, sondern espazium magazin. Was alles anders wird, sehen Sie im Januar. Nun nehmen wir Abschied vom alten Namen – und verraten allen, die sich das schon immer gefragt haben, was TEC21 eigentlich bedeutet.

Data di pubblicazione
19-12-2025

Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns vom Namen TEC21 und entlassen ihn dankend ins wohlverdiente Archiv. Dort wird er in guter Gesellschaft sein. 

Diese Zeitschrift wurde 1874 als «Die Eisenbahn» gegründet, hiess später «Schweize­rische Bauzeitung», «Schweizer Ingenieur und Architekt» und seit November 2000 schliesslich TEC21. Ab 2026 wird sie den neuen Namen espazium magazin tragen. Dies als Ausdruck ihrer Zugehörigkeit zu espazium – Der Verlag für Baukultur, dessen Medien und Services neu unter einer Marke versammelt sein werden. 

Dieser Entscheid, davon sind wir überzeugt, war längst fällig. Die ganze Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt, auch unser Verlag und unsere Zeitschrift sind in einer neuen Zeit angekommen. Im Gegensatz dazu stammt der alte Name aus einer vergangenen Realität. Wir haben guten Grund, uns auf das Neue zu freuen. Doch wir haben auch guten Grund, mit Dankbarkeit auf das gute alte TEC21 zurückzublicken.

TEC21 – wofür steht der Name eigentlich? 

Die Abkürzung wurde im November 2000 eingeführt und ihre Bedeutung in Ausgabe 44/2000 ausführlich erläutert. Wirklich mitbekommen haben es allerdings nur wenige. In den vergangenen 25 Jahren fragten unzählige verwunderte Leserinnen und Leser, was TEC21 eigentlich heisse. Da ich es – zwar erst seit 2007, aber immerhin – weiss, habe ich unzählige Male bereitwillig Auskunft gegeben: 

Die Buchstaben TEC verweisen auf das altgriechische Wort téchne (τέχνη), die Wurzel der Begriffe Architektur, Technik und Tektonik. Die Zahl 21 wiederum steht für die Agenda 21 – jenes UNO-Aktionsprogramm, das 178 Länder im Jahr 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro beschlossen hatten und das insbesondere im Bereich der nachhaltigen Entwicklung Leitlinien für das 21. Jahrhundert setzte. 

Theoretisch ist die Kombination TEC21 demnach ein Code für das zentrale Thema, dem sich diese Zeitschrift widmet: das interdisziplinäre Zusammenwirken von Architektur, Ingenieurwesen und Umweltwissenschaften für eine nachhaltige Gestaltung unseres gebauten und kultivierten Lebensraums. In der Praxis blieb der Name allerdings meist als etwas sperrige Buchstaben- und Zahlenkombination stehen – ein Sonderling, den man rätselhaft und ein wenig nerdig fand, mit der Zeit aber trotzdem liebgewann.

Unschätzbarer Eisbrecher

Ein wichtiger Vorteil des Namens war, ironischerweise, seine verwirrende Verklausuliertheit. An wie vielen Fachveranstaltungen, Apéros und Konferenzdinners hat er mir schon unschätzbare Dienste als Eisbrecher erwiesen! Den verständnislosen Blick, den ich nach der Nennung des Namens unfehlbar erntete, konterte ich jeweils routiniert mit einer kurzen Erklärung – und schon entwickelten sich spannende Gespräche über inter­disziplinäre Zusammenarbeit. 

Nur der fach­übergreifende Diskurs, so meine Gegenüber, könne die komplexen Fragen unserer Zeit angemessen beantworten; sie selbst zum Beispiel hätten gerade eine sehr lehrreiche Erfahrung gemacht, über die sie gern berichten würden … Im Nu verwandelten sich mässig interessierte Smalltalk-Unbekannte in hochmotivierte Fachleute, die in der Folge manchen Artikel über ihre Bauten, Projekte und Forschungsergebnisse beisteuerten. Und gelegentlich auch zu Freundinnen und Freunden wurden.

Rätselhaft, aber wandelbar

Auch aus grafischer Sicht war TEC21 ein dankbarer Name. Davon zeugen die Covers der Jahrgänge 2000–2025, von denen wir auf diesen Seiten eine kleine Auswahl zeigen. Für die Rückschau haben wir jeweils eine Frontseite pro Jahr ausgewählt: die schönste, aussagekräftigste, skurrilste oder einfach eine, die uns aus anderen Gründen speziell ans Herz gewachsen ist. Zu diesen gehört insbesondere auch das Jubiläumsheft 14/2024, in dem die Redaktionsmitglieder die ersten 150 Jahre dieser Zeitschrift erzählen und persönlich reflektieren; gerade anlässlich des aktuellen Abschieds eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Wie bereitwillig fügte sich doch der Name TEC21 in unterschiedlichste grafische Konzepte! Er startete seine Karriere in nüchternen Kleinbuchstaben auf einer aufgeräumten, technischen Frontseite. Er zierte als knorrige Überschrift farbige, üppige, randabfallende Titelbilder. In riesigen, aber nur auf den zweiten Blick erkennbaren schraffierten Versalien vermeldete er seine Nähe zur Praxis der Planungsberufe, während die unter dem Schriftbild hindurchschimmernden Coverfotos immer abstraktere Sujets zeigten. In den letzten elf Jahren schliesslich wurden die Bilder wieder konkreter und zogen sich in Rahmen zurück, und der Name durfte wieder Präsenz markieren als dominanter schwarzer Schriftzug.

Was bleibt: der interdisziplinäre Diskurs

Und nun? Nun verabschieden wir uns von TEC21, mit Dankbarkeit und mit Vorfreude. Übrigens: Die 1883–1978 gültige, treffende Bezeichnung «Schweizerische Bauzeitung», die unsere Zeitschrift seit 2014 wieder als Untertitel führt, bleibt erhalten. 

Ebenso erhalten bleibt das Engagement, das 1874 zur Gründung dieser Zeitschrift führte: der Wille, eine unabhängige, von Fachleuten journalistisch kuratierte Plattform zu bereiten für einen offenen, kritischen, interdisziplinären Diskurs der Planungs- und Baubranche. 

Alles andere wandelt sich. Das Jahr geht zu Ende und nimmt den Namen TEC21 mit, 2026 bringt die erste Ausgabe von espazium magazin. Falls Sie in den Weihnachtsferien Zeit auf einen nostalgischen Rückblick haben, stöbern Sie in www.e-periodica.ch: Dort finden Sie alle Ausgaben dieser Zeitschrift von 1874 bis 2017. Falls Sie jüngere Ausgaben oder Aktuelles lesen möchten, empfehlen wir einen längeren Besuch auf espazium.ch.

Die Redaktion wünscht Ihnen von Herzen erholsame Feiertage und einen beschwingten Start ins neue Jahr.

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