Hausanschluss an die Stromwende

Editorial

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Stv. Chefredaktor TEC21

Nein, es ist nicht der Schweinebauch­inse­rate wegen. So nannte man früher die grossen und bunten Anzeigen der Detailhändler, die die Leserschaft aller Tages- und Wochenzeitungen auf die Wochenaktio­nen aufmerksam machten. Inzwischen sind diese Werbeseiten aus dem ­Blätterwald fast verschwunden; einzig die Auto­branche sichert mit grosszügiger Werbung die Budgets vieler Printverlage. Wäre der Versuch also nicht auch für eine Bauzeitung lohnenswert, sich deren lukrative Inserate anzulachen? Doch nein, das ist nicht der Grund, weshalb diese Ausgabe die Elektromobilität thematisiert.
Es geht vielmehr um Chancen und Risiken einer klimafreundlichen, dezentralen Energiezukunft. An Häuser mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder an der Fassade hat man sich gewöhnt. ­Auch daran, dass der eigene Strom möglichst für Wärmepumpe, Beleuchtung, Backofen oder Computer vor Ort konsumiert werden soll. Neu ist hingegen, dass das Elektroauto ­als ­eine Puffer- und Speichervariante frei Haus ge­­liefert wird: Die Batterie gleicht Lücken zwischen Produk­tion und Verbrauch aus.
In der Planung energieproduzierender Areale wird die interne Vernetzung also wichtiger: So eng wie nie zuvor müssen der Betrieb einer Immobilie und derjenige eines mobilen Vehi­­kels aneinandergekoppelt werden. Es sind Eigenverbrauchsgemeinschaften, die solche Modelle erproben. ­Diese werden ­seit Anfang Jahr vom Bund gefördert. Es geht also auch um Aktualität.

Lesen Sie weiter:
Der nächste Nachhaltigkeitshype?
Wo die E-City gegründet wird
Energie- und Soziallabor Erlenmatt Ost
Geteilte E-Mobilität
Synthetische Treibstoffe

 

Verwandte Beiträge

ARCHIV: Die Ausgaben seit 2013

Abonnieren Zum Archiv