Schwim­men auf dem Gleis­feld

Ein neues Freiraumkonzept zeigt, wie die Christoph Merian Stiftung mehr Grün, Schatten, Erholung und Natur auf das Transformationsareal Dreispitz am Rande Basels holt. Als Auftakt entsteht mit dem «Gleispool» das längste Naturbad der Schweiz. 

Date de publication
25-11-2025

Im Sommer wird es heiss im Dreispitz in Basel. Auf dem versiegelten Freilagerplatz vor der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW kommen die Studierenden ins Schwitzen. Denn Bäume und Schatten gibt es hier wenig. Nur auf dem ehemaligen Gleisfeld zwischen dem neuen Kunsthaus Baselland und dem Haus der Elektronischen Künste wachsen ein paar zarte Birken heran. 

Das soll sich nun ändern. Im Bebauungsplan für die Nordspitze ist ebenfalls mehr Grün im ehemaligen Gewerbegebiet vorgesehen, Grundlage bildet das Projekt aus dem Studienauftrag. 

Neues Freiraumkonzept

Mitte Oktober präsentierte die Christoph Merian Stiftung (CMS) – die Eigentümerin des rund 50 ha grossen Areals – das neue Freiraumkonzept für den Dreispitz, zusammen mit einem neuen Schwimmbadprojekt. Die Leitlinie des neuen Freiraumkonzepts sieht vor, das Areal grüner, lebenswerter und klimaresilienter zu gestalten, um dem heute gemischt genutzten Stadtteil mehr Aufenthaltsqualität zu schenken. 

Das Konzept hat die CMS gemeinsam mit S2L Landschaftsarchitektur sowie Expertinnen für Architektur, Biologie, Energieberatung, Stadtklima und Schwammstädte und Vertretern der öffentlichen Hand erarbeitet. 

Bäume und begrünte Dachflächen

Auf den heute stark versiegelten Flächen sollen tief wurzelnde Bäume und begrünte Dachflächen zur Kühlung und Verschattung beitragen. Dazu gehören der Bernoulli-, Gleisbogen- und Gleishafenpark sowie der Dachpark im Dreispitz Nord, wo Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Die Öffnung der Gleishöfe dient der besseren Durchlüftung des Areals. 

Wasser für Freizeit und Natur

Als erster Umsetzungsschritt des Freiraumkonzepts soll der «Gleispool» realisiert werden; zukünftig ein Teil des geplanten Gleishafenparks. Die Grube des 170 m langen Naturschwimmbads ist schon gegraben, denn es wird in den stillgelegten Eisenbahntunnel eingesetzt. 

Deshalb ist das Schwimmbad nicht sehr breit, es misst gerade mal fünf Meter. Die Rampe gab die Tiefe vor. Im flachen Planschbecken können sich Familien mit Kindern tummeln. Der grössere Teil mit bis zu vier Metern Tiefe ist Schwimmern vorbehalten. 

Neben dem Transitlager

Das Becken liegt direkt neben dem umgebauten Transitlager und vor dem Ruchfeld-Areal, wo eigentlich ein neues Uni-Quartier hätte entstehen sollen. Teile der alten Gleise werden als Unterkonstruktion für die Liegeflächen aus Holz wiederverwendet. 

Das Wasser wird ohne chemische Zusätze und rein biologisch gereinigt: über mehrstufige Filteranlagen mit Sediment und Pflanzen. Vorbild ist das Naturbad in Riehen.

Umgang mit Wasser

Im Perimeter des Gleispools ermöglichen verschiedene Bodenaufbauten, Materialien und Bepflanzungen, das Wasser zu speichern, verdunsten zu lassen und lokal zu versickern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als übertragbare Modelle zur weiteren Umsetzung des Freiraumkonzepts auf dem gesamten Dreispitz dienen. 

Eröffnung im Sommer 2027

Die Eröffnung des Gleispools ist für Sommer 2027 geplant. So ein Pool mag in Bezug auf die Hitzeminderung vielleicht nur wie ein Tropfen auf dem heissen Stein wirken, aber in sozialer Hinsicht ist der Gleispool ein zentrales Projekt, um das Dreispitz zu beleben. 

Und hoffentlich der erste Schritt von vielen, um dem bis dato stark versiegelten Areal etwas mehr Grün und Wasser und den Studierenden der FHNW einen Ort zum Abkühlen zu schenken.

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