He­bel­schul­haus Rie­hen – Bau­teil­ka­ta­log

Damit das Wissen um Oberflächen und Bauteile im täglichen Betrieb nicht verloren geht, erstellten die Architekten einen 350-seitigen Katalog mit den bei der Instandsetzung des Hebelschulhauses verwendeten Materialien, ihren Bezugsquellen und den für den Einbau verantwortlichen Unternehmern – hier ein Auszug.

Date de publication
25-09-2015
Revision
29-10-2015
Tina Cieslik
Redaktorin TEC21 / Architektur und Innenarchitektur

Aussentüren, adaptiert

Die Türrahmen bestehen aus einer historischen Stahlunterkonstruktion, die belassen wurde. Neu sind die geschraubten Stahlblechverkleidungen (RAL 9005, hochglänzend gepulvert) zur Abdeckung der Glashalteleisten und die klarlackierten Eschentürblätter mit einem Trittschutz aus Aluminium und Antipanik-Entriegelung sowie Zweifach­verglasung. Auch die Drückerplatten und das Gestänge wurden erneuert. Die historischen Türen wurden wiederher­gestellt und an zeitgenössische An­for­derungen angepasst.

Schränke in den Klassenzimmern

Die Schränke in den Klassen wurden ­gemäss dem historischen Vorbild nach­gebaut . Mit den Massen von 162 × 131 ×  53 cm besitzen sie kinderrechte Proportionen. Korpus, Türen und Tablare bestehen aus formaldehydfreien Spanplatten. Die Kantenum­leimer von Tablaren und Türen sowie der Frontrahmen sind aus Hartholz. Aussen sind sie mit Öl­farbe gestrichen, die Innenseiten sind geölt.

Schirmständer, zitiert

Rasser + Vadi planten vor jedem Klassenzimmer eine Vertiefung, um das Wasser der Schirme im ursprünglich dort platzierten Schirmständer zu sammeln. Im Zeitalter von Gore-Tex-Jacken erschien dies nicht mehr angebracht. Trotzdem war das Detail zur Anreicherung der räumlichen Dichte notwendig – aber in einer kostengünstigeren und auch poetischeren Variante. MET Architects betonen die Vertiefung mit dezent aufgemalten Schirmsilhouetten, jedes der 18 Klassenzimmer erhielt ein individuelles Bild. Die Vitrinen in Kinderhöhe erlauben Blickkontakt ins Klassenzimmer und blieben erhalten, mussten aus Brandschutzgründen aber von aussen um ein EI30-Element ergänzt werden.

Fassade zum Öffnen

Der heilpädagogische Kindergarten im Untergeschoss von Trakt B sollte einen direkten Zugang zum Aussenraum erhalten. Um den Rhythmus der Fassade nicht zu stören, öffneten die Architekten sie über die gesamte Raumhöhe. Am Boden läuft das 200 kg schwere Fassadentor in einem auf den Unterlagsboden montierten 5-mm-Messingprofil. Der innere Anschlag sorgt für die Abdichtung, zusammen mit dem Bodenbelag des Aussenraums, der leicht geneigt vom Haus weg fällt.

Furaldach

Dachsystem aus 80 cm breiten Aluminium-Rollbahnen horizontal verlegt mittels Klemmen auf Lattenunterkonstruktion ohne Schraubverbindungen. Die Dachrandausbildung ist ungedämmt glatt verblecht. Zur Reduktion der Ansichtsbreite wurde der Dachrand-Hinterlüftungsauslass um 60 cm zurückversetzt. Der Schneefang ist ein durchlaufendes Aluminium-T-Pofil, das mit einer Klemmschiene auf der Dachhaut fixiert wurde. Die Befestigung der PV-Anlage erfolgte analog.

Liftturm in Klinker

Der neue Liftturm erschliesst das Obergeschoss von Trakt E mit der Bibliothek. Formal nimmt er Bezug auf den Schornstein von Trakt B. Die Verkleidung besteht aus kelesto-Klinkerstein im Format 24 x 11.5 x 7.1 cm, auf Riemchenstärke geschnitten und im Kreuzverband auf die Wärmedämmung geklebt. Der Farbton ist umbra.

Holzfenster in den Klassenzimmern

Die Fenster in den Klassenzummern wurden durch Holzfenster mit Dreifachverglasung ersetzt (Flachglas vertroTherm 1.1 Trio Ug=1.1 W/m2K, 3-fach vertroFloat OW 4 mm (Weissglas), Glasabstandhalter Farbton NCS S 0300 N). Alle Holzteile sind mit einer Ölfarbe, aussen glänzend, innen matt im Farbton NCS S 0300 N gestrichen. Die Unterteilung in zwei festverglaste Flächen, einen Putzflügel und einen Kipp-Öffnungsflügel blieb erhalten. Für letzteren liessen die Planer eine Vertikal-Ausstellschere nach historischem Vorbild nachbauen. 

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