«Bau­fach­leu­te sind es ge­wohnt, ge­samt­heit­li­che Lö­sun­gen zu er­ar­bei­ten»

Wahlen 2023

Im Herbst finden die eidgenössischen Wahlen statt. Wer soll die Herausforderungen anpacken, die im Bereich Raumentwicklung, Klima und Energie auf uns zukommen? Wir haben politisch engagierte Baufachleute aller Parteien zu ihren Zielen befragt. Heute: Senta Haldimann, GLP, Bern.

Publikationsdatum
07-08-2023

STECKBRIEF


Senta Haldimann, geb. 1975, ist Dr. Bauingenieurin ETH. Sie ist Projektleiterin Technik Bahn (Verband öffentlicher Verkehr) und Verwaltungsratspräsidentin der KEWU AG. Senta Haldimann kandidiert für den Nationalrat.

 

Parteizugehörigkeit: Grünliberale Partei GLP
Frühere politische Ämter: Gemeinderätin
Aktuelles politisches Amt: Präsidentin GLP Bolligen, Mitglied der Geschäftsleitung GLP Kanton Bern


Welches Ereignis hat Sie dazu motiviert, sich politisch zu engagieren?

Ich bin langsam in mein politisches Engagement hineingewachsen: zunächst als Mitglied des Elternrats der Primarschule, später in der Bildungskommission und als Gemeinderätin. Meine Motivation ist die politische Teilhabe; ich möchte dazu beitragen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten.


Weshalb in dieser Partei?

Weil die GLP meine Wertvorstellungen vertritt. Sie steht für Fortschritt, Innovation, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit.


Hängt Ihre politische Motivation mit Ihrem Hintergrund bzw. Ihrer Tätigkeit in der Planungs- und Baubranche zusammen? Falls ja, wie?

Unsere Branche trägt eine wesentliche Mitverantwortung, um Ressourcen zu schonen und ihren Beitrag zur Energiewende und Kreislaufwirtschaft zu leisten.

→ Wählen Sie! Die Interviewreihe von TEC21 gibt politisch engagierten Baufachleuten unterschiedlicher Parteien das Wort. Alle Interviews finden Sie hier.


Welche Ziele wollen Sie in Ihrem aktuellen politischen Amt bzw. nach einer allfälligen Wahl in den Nationalrat erreichen?

Ich werde mich für optimale Rahmenbedingungen für KMU sowie wirtschaftliche Anreizsysteme statt Verbote einsetzen, eine konsequente Digitalisierung fördern, um administrativen Aufwand zu reduzieren, und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.


Verfolgen Sie auch politische Ziele, die spezifisch mit dem Planungs- und Bauwesen zu tun haben?

Ja. Konkret betreffen sie die Förderung des öffentlichen Verkehrs und den langfristigen Unterhalt seiner Infrastruktur, den schonenden Umgang mit Ressourcen, die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft und den Schutz der Biodiversität im öffentlichen Raum.


Warum sind diese Ziele relevant?

Weil wir die Bauten und die Infrastruktur für unsere Zukunft auslegen.


Wie vermitteln Sie Ihre Ziele der Wählerschaft und anderen politischen Akteuren?

Mit Kommunikation, Überzeugung, Einsatz und Dossierkenntnissen.


Werden Sie gehört? Woran erkennen Sie das?

Auf Gemeindeebene bekomme ich regelmässig direktes und ermutigendes Feedback von Bürgerinnen und Bürgern. Auf nationaler Ebene habe ich aber (noch) keinen Einfluss.


Braucht es mehr Planungs- und Baufachleute, die sich politisch engagieren?

Ja: Weil sie gewohnt sind, gesamtheitliche Lösungen unter Einbezug aller Akteure zu erarbeiten, und weil sie Fachwissen zu wichtigen Themen einbringen.


Weshalb ist es wichtig, dass Planungs- und Bauthemen in den politischen Diskurs einfliessen?

Weil immer für die Zukunft gebaut wird. Daher müssen die Rahmenbedingungen auch zukunftsweisend sein. Die Baubranche ist entscheidend in Bezug auf Energie- und Verkehrsinfrastruktur, effizienten Einsatz von Ressourcen, Kreislaufwirtschaft und Gestaltung des öffentlichen Raumes.


Welchen spezifischen politischen Beitrag sollten Planungs- und Baufachleute im Dienst der Öffentlichkeit leisten?

Sie sollten mehr Fachwissen zu Bau- und Infrastrukturfragen einbringen sowie die Öffentlichkeit frühzeitig, transparent und faktenbasiert über Rahmenbedingungen, Planungen und deren Konsequenzen informieren.


Um welche Ziele zu erreichen? Warum sind diese Ziele relevant?

Wir schulden es kommenden Generationen, beim Bauen Ressourcen zu schonen und die Bauten und Infrastrukturanlagen für die Auswirkungen der Klimaerwärmung auszulegen.

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