«Der Kli­ma­wan­del ist noch nicht al­len Tei­len der Ge­sell­schaft be­wusst»

Wahlen 2023

Im Herbst finden die eidgenössischen Wahlen statt. Wer soll die Herausforderungen anpacken, die im Bereich Raumentwicklung, Klima und Energie auf uns zukommen? Wir haben politisch engagierte Baufachleute aller Parteien zu ihren Zielen befragt. Heute: Roland Hollenstein, Die Mitte, Thurgau.

Publikationsdatum
05-10-2023

STECKBRIEF


Roland Hollenstein, geb. 1970, ist Dr. Dipl. Bau-Ing. ETH. Er arbeitet als Geschäftsführer von NRP Ingenieure AG und kandidiert zum ersten Mal für den Nationalrat.

 

Parteizugehörigkeit: Die Mitte
Frühere politische Ämter: Schulbehörde Aadorf
Aktuelles politisches Amt: Präsident Die Mitte Bezirk Münchwilen, Vizepräsident Die Mitte Thurgau


Welches Ereignis hat Sie dazu motiviert, sich politisch zu engagieren?

Als Unternehmer, Familienvater und ehrenamtlich tätiger Mensch liegen mir die gelebte Gemeinschaft sowie eine zukunftsorientierte und umweltverträgliche Wettbewerbsfähigkeit des lokalen Gewerbes am Herzen. Meine langjährigen Erfahrungen und Engagements – zum Beispiel als Mitglied der Schulbehörde, Präsident des Dorfmarktes oder Geschäftsführer eines mittleren KMUs – bringe ich in die Politik ein.


Weshalb in dieser Partei?

Weil Die Mitte tragfähige, durchdachte und damit nachhaltige Lösungen entwickelt und nicht undifferenzierte, populistische Schnellschüsse produziert.


Hängt Ihre politische Motivation mit Ihrem Hintergrund bzw. Ihrer Tätigkeit in der Planungs- und Baubranche zusammen?

Ja. Ich war schon immer gesellschaftlich interessiert, weshalb ich auch einen Beruf in der Baubranche gewählt habe. Als Geschäftsführer eines mittleren KMUs habe ich viel mit Menschen und der Gemeinschaft zu tun, wobei mir eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ein Anliegen ist.

→ Wählen Sie! Die Interviewreihe von TEC21 gibt politisch engagierten Baufachleuten unterschiedlicher Parteien das Wort. Alle Interviews finden Sie hier.


Welche Ziele wollen Sie in Ihrem aktuellen politischen Amt bzw. nach einer allfälligen Wahl in den Nationalrat erreichen?

Der Thurgau soll sich als Kanton mit attraktiven Arbeits- und Lebensbedingungen entwickeln können; mit einem breiten Spektrum an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie einer ländlichen Struktur.


Verfolgen Sie auch politische Ziele, die spezifisch mit dem Planungs- und Bauwesen zu tun haben?

Ja. Der sich verschärfende Klimawandel erfordert grosse Anstrengungen beim Klimaschutz und der Klimaanpassung, insbesondere auch im Bauwesen. Für beides stehen bereits zahlreiche Ansätze zur Verfügung, die die Politik aktiver und gezielter umsetzen sollte.


Warum sind diese Ziele relevant?

Weil der Klimawandel unsere Zukunft beeinflussen wird und dies noch nicht allen Teilen der Gesellschaft bewusst ist.


Wie vermitteln Sie Ihre Ziele an die Wählerschaft und an andere politische Akteure?

Ich bin seit rund 25 Jahren im Wasserbau- und Naturgefahrenthema tätig und habe zahlreiche Grossprojekte umgesetzt. Während dieser Zeit sammelte ich Erfahrungen in administrativen und partizipativen Prozessen und plante konkrete Massnahmen. Aus dieser Erfahrung heraus kann ich überzeugen und argumentieren; sei es an Projektsitzungen mit den politischen Verantwortlichen, Bürgerversammlungen, öffentlichen Begehungen oder bilateralen Gesprächen mit Direktbetroffenen.


Werden Sie gehört? Woran erkennen Sie das?

Ich werde für Gastvorlesungen an den Fachhochschulen OST und ZHAW sowie am Swiss Safety Center eingeladen und bin mit meiner Firma erfolgreich in der Ostschweiz unterwegs. Als Vorstandsmitglied des SIA Thurgau organisiere ich Werkbesuche und die gut besuchte Vortragsreihe «Klima+Bauen». Des Weiteren wurde und werde ich für die Mitwirkung in verschiedenen Organisationen angefragt; zum Beispiel von der Schulbehörde, dem Dorfmarkt oder meiner Partei für das Amt als Bezirkspräsident und Vizepräsident der Kantonalpartei Thurgau.


Braucht es mehr Planungs- und Baufachleute, die sich politisch engagieren?

Ja. Bauleute haben den Bezug zu den Menschen und der Gemeinschaft, für die die Politik im Wesentlichen verantwortlich ist.


Weshalb ist es wichtig, dass Planungs- und Bauthemen in den politischen Diskurs einfliessen?

Bauen heisst vielfach langfristige Tatsachen schaffen. Dementsprechend sollten diese Bauten auch nachhaltig respektive zukunftsorientiert und umweltverträglich sein.


Welchen spezifischen politischen Beitrag sollten Planungs- und Baufachleute im Dienst der Öffentlichkeit leisten?

Bauen ist einerseits oft kostenintensiv und hat andererseits einen langfristigen und bedeutenden Einfluss auf unseren Lebensraum. Darum sollten sich Baufachleute mit ihrem Wissen viel mehr in die Politik einbringen.


Um welche Ziele zu erreichen? Warum sind diese Ziele relevant?

Um unseren Lebensraum nachhaltig zu gestalten, damit wir unseren Wohlstand erhalten können.

Die neue SIA-Wahlplattform 2023 zeigt Profile von Politikerinnen und Politikern, die gemäss eigener Aussage die SIA-Charta für einen nachhaltig gestalteten Lebensraum unterstützen wollen.