Schu­len in neu­em Kleid

Editorial TEC21 11/2020

Publikationsdatum
23-04-2020

Seit dem 16. April 2020 sind die Schulen in der Schweiz wegen der Pandemie geschlossen. Seither lernen Eltern, Kinder und Lehrpersonen die Vor- und Nachteile von ­Tele-Teaching und Homeschooling kennen. So unterschiedlich ihre Erfahrungen sind, eine Erkenntnis bleibt: Das Schulhaus als Ort der Begegnung, als Zentrum der Wissensvermittlung ist unersetzlich. Umso wichtiger, dass es eine hohe baukulturelle Qualität aufweist.

Viele lang bestehende Schulen brauchen eine räum­liche Erweiterung, um zusätz­liche Funktionen und Unterrichtsweisen aufzunehmen. Wir zeigen zwei Beispiele, bei denen ergänzende Neubauten und die Sanierung der Altbauten in einer Hand lagen. Entstanden sind zwei neue Ensemble, in denen die Häuser miteinander korrespondieren und zusammen eine bestehende Situation aufwerten. Die verwendeten Mittel sind unaufgeregt und doch zeitgemäss.

Einige einschneidende, präzise ­Eingriffe überführen im Internat «Bernrain» bei Kreuzlingen den Schulbau vom 19. ins 21. Jahrhundert, ohne ihn von der Geschichte abzutrennen. In Seedorf, nicht weit von Aarberg im Berner Seeland, ordnet sich ein Holzbau dem schloss­artigen Schulhaus bei und schafft eine formale Nähe zu den landwirtschaftlichen Nebengebäuden in der Umgebung.

Den Entwürfen gemein ist der Mut zu einer zu­rück­haltenden und differenzierten Farbgebung. An beiden Orten finden Kinder und Lehrpersonen eine Umgebung vor, die gegenüber weiteren ­Entwicklungen und Gewichtsverschiebungen offen ist, weil die Bauten die Welt nicht neu erfinden, sondern subtil und mit den Mitteln der orts­üblichen Architektur­sprache weitererzählen.

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