Mehr Lehr­stel­len für den «Zeich­ner EFZ»

Kommentar

Die SwissSkills in Bern waren der Startschuss. Nun müssen sich die Trägerverbände engagieren.

 

Publikationsdatum
27-09-2018
Revision
27-09-2018
Urs Wiederkehr
Verantwortlicher für digitale Projekte beim SIA, Mitglied der Geschäftsleitung 

Wegen des Fachkräfte­mangels wird unweigerlich ein Kampf um die Talente stattfinden – ­welcher Beruf kann die jungen Erwachsenen für sich begeistern? An den Swiss­Skills ist die Kon­kurrenz unmittelbar sicht­bar. Es geht um den ersten Eindruck, und es geht um die Attraktivität des Berufs. Wie mir immer wieder bestätigt wird, ist der Zeichner EFZ ein gesuchter Beruf – und wird es auch bleiben. Darum ist es wichtig zu wissen: Nicht der Bund, nicht die Kantone und nicht die Berufsfachschulen bestimmen das Profil von Berufen in der Schweiz, sondern die ­Branche selber. Sie prägt als soge­nannte OdA, Orga­nisationen der Arbeitswelt, das Wesen der Berufsbilder. Der Bund ist dabei und gibt die entsprechenden Werkzeuge. Die Impulse dafür müssen von der Branche kommen. Also von uns allen.

Am Abend nach meinem Besuch an der SwissSkills habe ich den Tag rekapituliert, und es sind mir einige Fragen durch den Kopf gegangen. Viele basieren auf Gesprächen im grossen und kleinen Kreis, die ich geführt habe: Ist das Berufsbild Zeichner EFZ heute noch zeitgemäss? Heisst es in zehn Jahren noch Zeichner EFZ? Ist der Zeichner dann eher ein Planer oder mehr ein Informa­­­tiker? Können an der nächsten SwissSkills auch Lernende ­Zeichnerinnen und Zeichner an der Berufsmeisterschaft teilnehmen? Sind die Ausbildungsbetriebe bereit, die Interessierten dabei zu unterstützen?

Beobachte ich die Szene und auch die Anstrengungen der anderen OdA, dann ist die Planerbranche nur schon gefordert, wenn der heutige Status quo aufrecht­erhalten werden soll. Wollen wir den berühmten Schritt voraus sein, dann müssen wir die nächsten Massnahmen rasch einleiten. Die vielen Macherinnen und Macher an der Front, die zum Beispiel den Auftritt an den SwissSkills in eigener Initiative geplant und erfolgreich durchgeführt haben, benötigen nicht nur unseren Dank. Sie brauchen auch Unterstützung aus den Träger­verbänden. Den nun ersichtlichen Elan müssen wir gemeinsam auf­rechterhalten und die Erkenntnisse sorgsam aus­werten.

Erstes Fazit der Swiss­Skills: Wir brauchen unbedingt mehr Lehrstellen für den Zeichner EFZ! Auch die grosse Arbeitslast vor und hinter den Kulissen müssen wir zwingend auf mehr Schultern verteilen. Wenn Sie Ihren Beitrag leisten wollen, so sind Sie in den regionalen und nationalen Organisationen herzlich will­kommen. Ohne die volle Unter­stützung durch die Träger­verbände geht es nicht mehr. Packen wir’s an!
 

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