Wo glänzt der Stahl?

Editorial espazium magazin 14/2026

Publikationsdatum
09-07-2026

Die Legierung macht den Unterschied: ein Quäntchen Kohlenstoff in der Hexenküche zum Eisen hinzu, und schon bekommt man feinen Stahl. Und der hat es in sich. Nachdem die Menschheit von der lange andauernden Steinzeit genug hatte, ging es nach der Kupferzeit recht flott zu Bronze über – auch eine Legierung. 

Und die darauf­folgende Eisenzeit bestätigte dann das Vorhergehende: Volksstämme, die sich mit Legierungen (nicht unbedingt Regierungen) auskannten, waren klar im Vorteil gegenüber Althergebrachtem und setzten sich langfristig durch. Kein Wunder, dass Eisen anfänglich begehrt war. Und es dauerte nicht lange, dass es schmiedbar und fest gemacht wurde: Stahl war geboren. Machthaber dürsteten danach. Gilt doch Stahl bis heute noch als das Material der Stärke, der Krieger und  Armeen. 

Derweil kann man damit viel Besseres an­fangen, als Kriegsgerät zu bauen: Pflugscharen, Mäh­drescher, Velos, Werkzeuge, Kreuzfahrtschiffe... – naja, letzteres ist nicht wirklich besser. Aber Spitzen-Baumaterial ist Stahl in jedem Fall. Und das ist auch heute, im zweiten Viertel des 21. Jahrhunderts, nicht wegzudenken. Von der kleinen Schraube als Verbindung bis hin zum grössten Träger als Binder: Stahl kommt nahezu überall vor und wird auch gerne in der Architektur eingesetzt. Ob eher zurückhaltend oder ausdrucksstark: Vielfältig sind die Möglichkeiten.

Mit der jährlichen, weltweiten Stahlproduktion könnte man übrigens etwa 19 000 Flugzeugträger bauen. Da würde es ganz schön eng werden auf den Meeren – mit den vielen Kreuzfahrtschiffen. Dann lieber doch einige Schrauben mehr und vor allem auch gerne gute Ingenieurwerke und Architektur.

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